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Stromanbieter TelDaFax unter Beschuss

25.10.2010 - 22:17

Der Billigstromanbieter TelDaFax ist derzeit in Erklärungsnot. Seit Tagen erschüttern Meldungen von einer angeblichen Insolvenz, einem dubiosen Schneeballsystem und der Inhaftierung des früheren Vorstandchefs und Aufsichtsrates Michael Josten die Presse. TelDaFax dementiert jedoch eine Krise.

Mit einer Anzeige gegen Wirtschaftskriminelle, die angeblich Falschmeldungen über das Unternehmen verbreiten, reagiert TelDaFax auf die Ereignisse der letzten Tage. TelDaFax geht davon aus, dass es sich um eine gezielte rufschädigende Kampagne handelt, mit der die Verhandlungen mit einem internationalen Investor sabotiert werden sollen. In einem Bericht von Handelsblatt hatte es geheißen, Deutschlands größter alternativer Energieanbieter mit 500.000 Strom- und 100.000 Gaskunden befinde sich in einer finanziellen Krise. Seit eineinhalb Jahren soll das seit 2007 am Strommarkt tätige Unternehmen bereits bilanziell überschuldet sein.

Geschäftsmodell in der Kritik

Grund hierfür sei das Geschäftsprinzip, Strom zu marktüblichen Preisen zu kaufen und mit deutlich günstigeren Konditionen an Kunden weiterzugeben. Dies funktioniert jedoch nur, wenn fortlaufend Neukunden in größerem Maßstab akquiriert werden, welche bei Vertragsabschluss vorab eine Kaution von bis zu 200 Euro hinterlegen und gegebenenfalls Vorauskasse leisten. In der Fachwelt spricht man hier von einem Schneeballsystem.

TelDaFax dementiert jedoch, dieses Geschäftsmodell zu betreiben. Vorstand Bath rechtfertigt die Sonderkonditionen für Neukunden sowie das Prinzip der Vorabkasse. Beides habe sich bereits seit Jahren in der Telekommunikations- bzw. Versicherungsbranche bewährt und sei erforderlich, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Bath betont, das Geschäftsmodell von TelDaFax sei tragfähig, solide und seriös.

Michael Josten, der langjährige Vorstand des Stromanbieters, war bereits 2007 zu zweieinhalb Jahren Haft wegen Gläubigerbegünstigung und Untreue verurteilt worden. Im Juni 2010 trat er die Haftstrafe an, ohne jedoch seine Kollegen im Vorstand darüber zu informieren.

Übernahmeangebot durch Konkurrenten Flexstrom

Der Stromanbieter Flexstrom hat dem angeschlagenen Unternehmen nun eine Übernahme angeboten, wie Vorstandschef Robert Mundt dem Handelsblatt mitteilte. Flexstrom, ebenfalls von Konzernen unabhängig, würde somit seinen ärgsten Rivalen auf dem Markt schlucken. Nun soll geprüft werden, ob ein Angebot unterbreitet werden kann. Flexstrom besteht seit 2003 und verfügt über rund 400.000 Kunden.

Um ihre Strom- oder Gasversorgung müssen sich TelDaFax-Kunden immerhin keine Sorgen machen: Im Falle einer Insolvenz beliefert der örtliche Grundversorger die Kunden automatisch weiter. Dies ist gesetzlich garantiert. Vorab bezahlte Beiträge, bzw. Kautionen sind dann jedoch verloren.

(tei)

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