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EU will monatliche Abrechnungen für Strom und Gas

07.03.2011 - 12:41

Die EU-Kommission will die Abrechnungen für Energie umstellen. Statt jährlich sollen Verbraucher zukünftig monatlich Auskunft von ihrem Versorger über den Verbrauch von Strom und Gas bekommen. Das soll den Bürgern ihren Energiekonsum genauer vor die Augen führen - und so zum Energiesparen beitragen.

Seit Jahrzehnten werden Strom und Gas fast immer nach demselben Muster abgerechnet: Der Kunde zahlt monatliche Abschläge, nach einem Jahr schickt der Versorger eine genaue Abrechnung. Diese Tradition will die EU jetzt ändern. Energiekommissar Günther Oettinger sagte in einem Interview mit der Welt am Sonntag, Brüssel wolle eine detaillierte Verbrauchs- und Kostenrechnung, und das jeden Monat. Damit soll das Energiesparen für Privathaushalte vereinfacht werden.

Transparente Abrechnungen sollen sparen helfen

Beim Auto wisse jeder, was er verbrauche und wie hoch die Benzinpreise seien, so Oettinger. Beim Stromverbrauch und bei der Wärme seien die Bürger dagegen sehr wenig informiert und entscheidungsfähig. Sein Kalkül: Wer sieht, wie stark der Gasverbrauch an kalten Tagen ansteigt, kann nicht nur durch eine bessere Dämmung und ein geändertes Heizverhalten gegensteuern. Es entsteht überhaupt erst ein Bewusstsein für den Energiebedarf - bei jährlichen Abrechnungen verschwinden dagegen die Verbrauchsspitzen eines mies isolierten Hauses im Jahresdurchschnittswert.

Auch die intelligenten Stromzähler, die so genannten Smart Meter, sollen Verbraucher beim Sparen unterstützen. Sie sind bei Neubauten vorgeschrieben - aber nicht unumstritten. Denn ihre exakten Verbrauchsdaten lassen Rückschlüsse auf die Lebensgewohnheiten der Bürger zu. Datenschützer schlagen deshalb Alarm. Zudem sind sie teurer, die Einsparmöglichkeiten der Stromkunden durch variable Tarife aber eher gering. Niemand bäckt nachts um drei Kuchen oder bügelt Wäsche. Eins legt der Zähler 2.0 aber dafür schonungslos offen: Wie viel Strom Wäschetrockner und Klimaanlage tatsächlich verschlingen.

EU will auch die öffentliche Hand in die Pflicht nehmen

Die EU will in dieser Woche beim Energiesparen Gas geben: Klimakommissarin Connie Hedegaard stellt die Roadmap 2050 vor. Darin will sie auch die wirtschaftlichen Vorteile des Energiesparens vorrechnen. Oettinger will mit dem Energieeffizienzplan unter anderem die öffentliche Hand beim Bau und Betrieb von Gebäuden stärker zum Energiesparen verpflichten. Auf allzu viel Geduld können Bremser dabei nicht hoffen: 2014 soll es verbindliche Regelungen aus Brüssel geben, wenn die Mitgliedsstaaten die Einsparziele nicht aus eigener Kraft erreichen. Derzeit droht die EU ihr Ziel zu verfehlen, den Energieverbrauch bis 2020 um 20 Prozent zu senken.

(mb)

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