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Regierung plant Sanierungsverordnung: Milliarden Kosten für Hausbesitzer

10.09.2010 - 23:08

Deutschland geht einen Schritt weiter auf dem Weg zur Öko-Republik: Die Regierung will Millionen Hausbesitzer zur Sanierung zwingen. Während Solarfirmen und Handwerker auf ein Milliardengeschäft hoffen, stößt der Plan bei den Wohnungsverbänden auf regen Wiederstand. Eine Lobbyschlacht ist somit vorprogrammiert.

Spiegel Online zu Folge plant die Bundesregierung das Land bis 2050 in ein Musterbeispiel für eine Öko-Republik zu verwandeln. Damit hat sie sich ambitionierte Ziele gesteckt, die einiges von den Hausbesitzern abverlangen. So will Schwarz-Gelb bis zum Jahr 2020 den Wärmekonsum der Bevölkerung um 20 Prozent und bis 2050 sogar um 80 Prozent senken. Zu diesem ehrgeizigen Ziel sollen vor allem Gebäudesanierung, Solaranlagen und sogenannte Ökohäuser einen großen Teil beitragen. Bei einem Ökohaus handelt es sich um ein gewöhnliches Ein- oder Mehrfamilienhaus, dessen Dach mit Solarzellen bedeckt ist, eine besonders gute Dämmung aufweist sowie sich durch die alternative Energieversorgung selbst versorgen kann und somit klimaneutral ist.

Energetische Sanierung für Hausbesitzer oft zu teuer

Experten des Frauenhofer ISE, Europas größtes Solarforschungsinstitut, haben festgestellt, dass Gebäude 40 Prozent der Erdenergie verschlingen und für ein Drittel der CO2-Emission verantwortlich sind. Die Regierung sieht aus diesem Grund Handlungsbedarf und plant Ökohaus-Verordnungen. Außerdem sollen Besitzer älter Immobilien zur Sanierung gezwungen werden. Bei diesem Vorhaben stoßen die Vertreter der Bundesregierung allerdings auf regen Widerstand seitens der Wohnungsverbände und Hausbesitzer. Der Branchenverband Haus & Grund errechnete die Kosten für die energetische Sanierung eines 70er Jahre Baues mit 120 Quadratmetern und kam auf eine Mindestsumme von 70.000 Euro. Selbst wenn sich die Sanierung dieser Bauten über kurz oder lang rentieren würde, ist es für viele Hausbesitzer unmöglich so eine Summe aufzubringen. Helmuth Groscurth vom Arrhenius-Institut, das schon in früheren Zeiten das Bundesumweltministerium beraten hatte, verkündete: “Sobald die Pläne konkret werden, ist mit Widerstand zu rechnen.”

Maßnahmen der Regierung für die Öko-Republik

Um die ehrgeizigen Pläne auf dem Weg zur Öko-Republik umsetzen zu können hat die Bundesregierung am 6. September einen 39-seitigen Maßnahmenkatalog mit neun Unterpunkten veröffentlicht:

Die Energiesparverordnung soll 2012 erneuert werden und sieht eine Zwangssanierung aller älteren Immobilien bis 2020 vor. Des Weiteren soll es Steuervergütungen, für die vorzeitige Erfüllung des Zielwertes der Gebäudeeffizienz geben. Die Verordnung sieht außerdem eine Aufstockung des Gebäudesanierungsprogamm um zwei Milliarden Euro auf das Niveau von 2009 vor. Andere Punkte befassen sich mit einem Marktanreizprogamm zur Förderung erneuerbarer Energien, einem Förderprogramm für “Energetische Städtebausanierung”, eine Anpassung der Energiesteuern sowie Änderungen im Mietrecht, um die Gebäudesanierung für Vermieter rentabel zu gestalten.

(cg)

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