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Energie-Facts zum Oktoberfest 2016

12.09.2016 - 14:17

Der Countdown läuft: Wenn es am Samstag um kurz nach 12 Uhr mittags heißt „O´zapft is!“ startet auf der Münchner Theresienwiese wieder ein Fest der Superlative – auch, was den Energieverbrauch angeht. Hier erfahren Sie, wieviel Strom auf dem Oktoberfest benötigt wird, wie lang das eigens verlegte Erdgasnetz ist und weitere interessante Energie-Facts zum größten Volksfest der Welt. 
 

Stromverbrauch auf dem Oktoberfest
Oktoberfest bei Nacht: Ein Lichtermeer mit hohem Stromverbrauch.

Ein eigenes Energienetz für das Oktoberfest

Auch dieses Jahr rechnet München mit rund sechs Millionen Wiesn-Besuchern. Rund 40.000 Menschen drängen sich täglich auf dem Areal der Theresienwiese. Damit sie ihr Bier aus frisch gespülten Maßkrügen trinken können, Spaß bei Riesenrad, TopSpin und Co. haben und abends nicht im Dunkeln sitzen, wurde für das Oktoberfest praktisch ein eigenes Energienetz eingerichtet.
 

Stromverbrauch einer Kleinstadt

Rund 43 Kilometer Kabel werden verlegt, um die Stromversorgung auf dem Oktoberfest zu gewährleisten. Während der 17 Wiesntage werden fast drei Millionen Kilowattstunden Strom verbraucht, das entspricht dem Verbrauch einer Kleinstadt mit 21.000 Einwohnern im gleichen Zeitraum. Mit dem Wiesnstrom könnten rund 1.100 Haushalte ein Jahr lang versorgt werden. Nicht einberechnet sind hier Aufbau und Abbau sowie der zusätzliche Stromverbrauch etwa durch die erhöhte Taktung der öffentlichen Verkehrsmittel oder die voll ausgelasteten Hotels.
 

Vier Kilometer Gasleitungen unter der Theresienwiese

Für die 55 gastronomischen Betriebe, bei denen gebraten und gekocht wird, sowie für die Gartenheizungen der Festzelte und die Warmwasserbereitung wurde eigens ein vier Kilometer langes Erdgasnetz geschaffen. Rund 200.000 Kubikmeter Erdgas werden während der Wiesnzeit benötigt. Das ist der jährliche Bedarf von 85 Einfamilienhäusern für Heizung und Warmwasserbereitung.


Ein Blackout auf dem Oktoberfest?

Die Stadtwerke München, die die Belieferung mit Strom und Gas auf dem Oktoberfest übernehmen, richten auf dem Festgelände einen Bereitschaftsdienst ein, um rund um die Uhr eine sichere Versorgung zu gewährleisten. Doch das ist nicht alles: Die gesamte Stromversorgung des Oktoberfests wird zweifach angelegt und separat gespeist. So soll ein Stromausfall vermieden werden, der wiederum zu einer Massenpanik führen könnte. Trotz dieser Vorsichtsmaßnahmen kam es 2007 zu einem mehrstündigen Blackout. Der Grund: Starke Regenfälle hatten einen Kabelkanal überflutet. Zum Glück fiel der Strom jedoch am Vormittag aus. So mussten die Besucher lediglich für einige Stunden auf Bratwurst und Co. verzichten.
 

100 Prozent Ökostrom

Bei dem enormen Energieverbrauch von „grüner Wiesn“ zu sprechen, ist vielleicht übertrieben. Doch in Sachen Ökoenergie gehen die Veranstalter, Festwirte und Schausteller mit gutem Beispiel voran – der Strombedarf wird seit 2012 zu hundert Prozent mit Ökostrom gedeckt. Schon im Jahr 2000 stellte man zum Teil auf Strom aus erneuerbaren Energien um: Alle öffentlichen Bereiche sowie die öffentlichen Toiletten werden seitdem mit grünem Strom versorgt. Heute setzen zwei Drittel der der Schausteller, Festwirte und Standbetreiber sogar auf nachhaltigen Ökostrom: Sie zahlen etwas mehr für ihren Strom. Der Aufpreis wird für den Ausbau erneuerbarer Energien verwendet.
 

Energiesparen auf der Wiesn

Auch auf dem Oktoberfest wird Energiesparen großgeschrieben. Durch Energiesparmaßnahmen, etwa die Umstellung auf LED-Lampen, konnte der Energieverbrauch im letzten Jahr im Vergleich zum Vorjahr leicht reduziert werden. Einzig der Bedarf an Heizgas ist angestiegen. Der Grund sind die niedrigeren Temperaturen in den Abendstunden. Heizpilze und Co. werden übrigens mit Ökogas betrieben. Das Gas stammt zwar nicht aus regenerativen Energiequellen, aber es handelt sich um sogenanntes Klimagas. Das bei der Verbrennung des Gases entstandene CO2 wird an anderer Stelle ausgeglichen, etwa durch Klimaschutzprojekte. 
 

Der bekannteste Hilfselektriker der Wiesn

Das Oktoberfest findet dieses Jahr übrigens zum 183. Mal statt. Im ersten Jahr, 1810, war es noch ein reines Pferderennen, das zur Hochzeit von Ludwig von Bayern und Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen veranstaltet wurde. Schon bald kamen immer mehr Buden und Karusselle hinzu – doch diese liefen zunächst noch ohne elektrische Energie. Der erste elektrische Generator wurde nämlich erst 1866 erfunden. Bis die Wiesn elektrisch beleuchtet wurde, dauerte es jedoch noch einmal 30 Jahre. Für die erstmalige Beleuchtung des Oktoberfests im Jahr 1896 war die Elektrotechnische Fabrik J. Einstein & Cie. zuständig. Auch der Neffe des Inhabers half, elektrische Kabel zu verlegen und Glühbirnen in Fassungen zu schrauben: Ein gewisser Albert Einstein.

(mwa)
 

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