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Neues Energielabel für Heizungen

25.09.2015 - 12:55

Bei Kühlschränken, Waschmaschinen, Glühbirnen und Co. gehören sie bereits zum Standard: die Energieeffizienzlabel der EU. Ab 26. September sind sie auch für Heizungen und Warmwasseranlagen verpflichtend. Erfahren Sie bei uns alles über die wichtigsten Fakten zur Kennzeichnungspflicht, Fristen und wie Sie Energieverbrauch und Heizkosten senken können.

Im Rahmen der Ökodesign-Richtlinie werden nun auch Heizungen mit den Energieeffizienzklassen A++ bis G in den bewährten Ampelfarben gekennzeichnet. Die Heizungslabel sorgen für mehr Transparenz und helfen, den Energieverbrauch der Heizungen besser einzuschätzen und zu vergleichen. Zudem will die EU so Hersteller motivieren, besonders effiziente Heizanlagen und Heizkessel auf den Markt zu bringen.

Welche Informationen zeigt das Heizungslabel?

Energielabel für Heizungen
Quelle: Europäische Union/ co2online
Das Heizungslabel zeigt auf einen Blick, welche Energieeffizienzklasse die betreffende Anlage besitzt. Dabei steht A++ für ein sehr effizient arbeitendes Gerät, während G die schlechteste und ineffizienteste Klasse darstellt. Bis 2019 soll die Bewertungsskala von A+++ bis D angehoben werden.

Für eine Kennzeichnung im Bereich A+ muss die Heizung entweder in Kombination mit einer Kraft-Wärme-Kopplungs-Technik (KWK) oder mit erneuerbaren Energiequellen (z.B. Holzpellets) betrieben werden. Konventionelle Heizanlagen (z.B. Öl- oder Gasheizungen) werden in die Effizienzklassen G bis A eingeteilt.

Lautstärke und Leistung

Zudem können die Lautstärke der Anlage und die Wärmenennleistung in Kilowatt abgelesen werden. Die Lautstärke spielt vor allem bei Wärmepumpen eine Rolle, da das Ansaugen der Luft sehr geräuschvoll ist. Bei der Wärmenennleistung handelt es sich um die maximale Wärmemenge, die in einem gewissen Zeitraum von der Heizung abgegeben wird.

Für welche Heizgeräte gilt die Kennzeichnungspflicht?

Die Kennzeichnungspflicht gilt ab dem 26. September für folgende Anlagen:
  • Heizkessel mit einer Wärmenennleistung bis zu 70 Kilowatt 
  • Warmwasserspeicher bis 500 Liter
  • Kombithermen bis 70 Kilowatt und 500 Liter
  • Hybridgeräte (z. B. aus Brennwertkessel und Wärmepumpe)
  • Solarthermie-Anlagen
  • Blockheizkraftwerke (BHKW-Anlagen zur gleichzeitigen Erzeugung von Strom und Wärme) bis 50 Kilowatt Leistung
  • Wärmepumpen
  • an den Handel gelieferte Neugeräte

Was muss ich bei bereits installierten Heizanlagen beachten?

Heizkessel, die vor mehr als 15 Jahren installiert wurden, sollen ab 2016 zunächst auf freiwilliger Basis mit dem Energielabel gekennzeichnet werden. Heizungsmonteure, Energieberater oder Schornsteinfeger können die Heizungslabel ab voraussichtlich Januar 2016 an den Altgeräten anbringen. Erst ab 2017 müssen Schornsteinfeger alle alten Heizkessel verpflichtend nachetikettieren.

Betrieb mit Rapsöl oder Biogas

Falls Sie Ihre Heizung mit Biomasse wie etwa Rapsöl oder Biogas betreiben, muss Ihre Anlage vorerst nicht mit einem Energielabel versehen werden. Die EU bereitet hier derzeit eigene Richtlinien vor. Auch wenn Sie feste Brennstoffe nutzen oder Ihren Heizkessel ausschließlich für die Warmwasserbereitung benötigen, müssen Sie Ihre Geräte nicht verpflichtet mit dem Label ausstatten.

Verbrauch und Heizkosten

Die auf dem Heizungslabel angegebene Nennleistung ist lediglich als Richtwert zu verstehen. Ihren konkreten Energieverbrauch und die jährlichen Heizkosten können Sie dem Etikett nicht entnehmen. Was Ihre Heizung genau verbraucht, hängt von individuellen Faktoren ab wie etwa:
  • Gebäudegröße
  • Dämmung des Hauses
  • Persönliches Nutzverhalten

CO2 und Heizkosten sparen

Um gleichzeitig Klima und Haushaltskasse zu schonen, sollten alte Heizungsanlagen durch neue effizientere ersetzt werden. Wer noch nicht auf ein Neugerät umsteigen möchte, kann in der Heizsaison auch auf andere Sparmaßnahmen zurückgreifen. Wer etwa die Raumtemperatur langfristig um ein Grad senkt, kann jährlich bis zu zehn Prozent an Heizenergie einsparen.
Wenn Sie mit Gas heizen, kann auch ein Gasvergleich helfen, Ihre jährlichen Heizkosten zu senken.

(sst)

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