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Film-Tipps zum Thema Klimawandel und Energiewende

05.04.2016 - 11:51

Mit „Power to Change“ läuft derzeit ein äußerst sehenswerter Film zur Energiewende in den deutschen Kinos. Doch es gibt noch zahlreiche weitere Filme, die sich mit dem Thema Klimawandel und Energiewende beschäftigen. Wir haben einige Film-Empfehlungen für euch zusammengestellt – darunter Klassiker ebenso wie Geheimtipps.
 

Power to Change
Jetzt im Kino: Power to Change

Power to Change – Die EnergieRebellion

Deutschland 2016, 94 Min., Dokumentation
Regie: Carl-A. Fechner
Kinostart: 17.03.2016
 

Der neueste Film zum Thema Energiewende ist seit Mitte März in den deutschen Kinos zu sehen. Er zeigt keine Weltuntergangsszenarien und ist weit weg von den allgegenwärtigen theoretischen Diskussionen zur Machbarkeit der Energiewende. Stattdessen stellt Regisseur Carl-A. Fechner engagierte Bürger und Unternehmer in den Fokus, die für die Energiewende kämpfen – und dadurch zeigen, dass sie machbar ist. So wird deutlich: Wenn die Energiewende funktionieren soll, muss sie „von unten“ kommen, also dezentral und regional sein. Im Film kommen auch Gegner, Zweifler und Kritiker zu Wort. Zudem wird ein Blick auf die Ukraine geworfen, wo sich die Menschen für ein demokratisches Energiesystem einsetzen.

„Power to Change“ ist zwar eine Dokumentation, nutzt aber viele Techniken eines Spielfilms und ist äußerst kurzweilig. Ein Highlight ist die Filmmusik, die von einem siebzigköpfigen Symphonieorchester eingespielt wurde. Den Machern war zudem eine unabhängige Finanzierung wichtig – die Sponsoren konnten keinerlei Einfluss auf die Gestaltung des Films nehmen.

Grüße aus Fukushima

Deutschland 2016, 108 Min., Drama
Regie: Doris Dörrie
Kinostart: 10.03.2016

 
Derzeit außerdem in den deutschen Kinos: Doris Dörries Drama „Grüße aus Fukushima“. In ihrem neuesten Film betrachtet die deutsche Vorzeige-Regisseurin die Lage in Fukushima fünf Jahre nach dem Tsunami und der Reaktorkatastrophe. Erzählt wird die Geschichte der Deutschen Marie, die auf der Flucht vor ihren zerplatzten Lebensträumen in Fukushima der störrischen, alten Satomi dabei hilft, in ihr zerstörtes Haus in der Sperrzone zurückzukehren.

Der Film zeigt: Die Situation der Menschen vor Ort hat sich auch fünf Jahre nach der Katastrophe kaum verändert. Während die meisten Jungen weggezogen sind, leben die älteren Bewohner der Region immer noch in provisorischen Notunterkünften. Die japanische Regierung, die mittlerweile wieder verstärkt auf Atomenergie setzt und erneuerbare Energien kaum fördert, hat diese Menschen vergessen. „Grüße aus Fukushima“ macht eindrucksvoll auf ihr Schicksal aufmerksam.  

Leben mit der Energiewende 3.1 – Selber machen

Deutschland 2015, 104 Min., Dokumentation
Regie: Frank Farenski
Kinostart: 04.02.2016

 
Es war ein gewagtes Projekt, das Regisseur Frank Farenski im Jahr 2012 startete: Ein sogenannter Open-Source-Kinofilm, der kostenlos genutzt werden darf, ganz ohne urheberrechtliche Beschränkungen. „Leben mit der Energiewende – Der Film“ war so erfolgreich, dass es mittlerweile einen zweiten und einen dritten Teil gibt. „Leben mit der Energiewende 3“ erschien im April 2015. Im Februar 2016 feierte dann die Spezialversion „Leben mit der Energiewende 3.1“ Premiere.

Der letzte Teil der Trilogie möchte dazu animieren, die Energiewende selbst in die Hand zu nehmen. Er zeigt eindrucksvoll anhand von Geschichten von Bürgern und Unternehmen, wie dies funktionieren kann. Wie die ersten beiden Teile kann man „Leben mit der Energiewende 3.1“ auch kostenlos und ganz legal online ansehen.

Die 4. Revolution – Energy Autonomy

Deutschland 2010, 83 Min., Dokumentation
Regie: Carl-A. Fechner

Die 4. Revolution - Energy Autonomy
Die Energiewende im Film: Die 4. Revolution - Energy Autonomy/Marcus von Kleist

„Power to Change“ ist nicht der erste Film von Carl-A. Fechner zur Energiewende. Schon in „Die 4. Revolution – Energy Autonomy“ aus dem Jahr 2010 beschäftigt sich Fechner mit der Thematik und stellt zehn beispielhafte Projekte in verschiedensten Ländern vor – von Deutschland über Mali bis hin zu Bangladesch. Während der vierjährigen Produktionszeit sprachen Fechner und sein Team mit engagierten Persönlichkeiten aus aller Welt, unter anderem mit Nobelpreisträger Muhammad Yunus und Hermann Scheer, Träger des Alternativen Nobelpreises, der ein halbes Jahr, nachdem der Film in die Kinos kam, unerwartet verstarb.

All die Geschichten und Persönlichkeiten zeigen: Der vollständige Wechsel von Erdöl, Gas, Kohle und Atomkraft zu Wasserkraft, Wind- und Solarenergie kann gelingen – und das gegen den Widerstand mächtiger Konzerne. Fechner macht mit seinem Film deutlich, warum Energieautonomie nicht nur aus Klimaaspekten, sondern auch aus sozialer Hinsicht erstrebenswert ist.

Eine unbequeme Wahrheit

USA 2006, Dokumentation, 100 Min.
Regie: Davis Guggenheim

 
Nicht fehlen darf in diesem Zusammenhang natürlich Davis Guggenheims Oscar-prämierte Dokumentation „Eine unbequeme Wahrheit“ mit Al Gore. Der Film machte den ehemaligen US-amerikanischen Präsidentschaftskandidaten zum wohl bekanntesten Warner vor dem Klimawandel. Auch wenn einige kleinere Details kritisiert wurden, ist der Film zum größten Teil fachlich korrekt und war ein wahrer Wachrüttler, der das Thema globale Erwärmung gerade in den USA ins Bewusstsein einer breiten Mehrheit gerückt hat.

Auch zehn Jahre nach seinem Erscheinen ist „Eine unbequeme Wahrheit“ noch brandaktuell, kann man doch sehen, dass sich viele von Al Gores Warnungen bereits bewahrheiten. Bei aller Ernsthaftigkeit des Themas ist Guggenheims Dokumentation doch mit Humor gewürzt und so lehrreich und unterhaltsam zugleich.

Algol

Deutschland 1920, Science Fiction, 120 Min.
Regie: Hans Werckmeister

 
Aus dem Jahr 1920 stammt der Schwarz-Weiß-Film „Algol“. Der Film erzählt die Geschichte des Grubenarbeiters Robert Herne, der von einem Außerirdischen in das Geheimnis einer nie versiegenden Energiequelle eingeweiht wird: Vom Stern Algol gehen Strahlen aus, die man mit einer Maschine einfangen kann. So wird die ganze Menschheit mit Strom versorgt. Doch die Strahlen sind hochgefährlich. Letztendlich muss Herne erkennen, dass die neue Technologie nicht nur Positives mit sich bringt und steht vor der Entscheidung, die Maschine zu zerstören.

Der vor fast hundert Jahren entstandene Film ist aus heutiger Sicht bemerkenswert weitsichtig und nicht nur deshalb äußerst sehenswert.

Wer nun Lust hat, selbst etwas für die Energiewende zu tun, kann als ersten Schritt zu einem klimafreundlichen Stromtarif wechseln und so nein zu Kohle- und Atomkraft zu sagen. Auch durch den Bezug von Biogas statt herkömmlichem Erdgas kann viel CO2 eingespart werden.

(mwa)

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