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Kritik der Bundesländer am Boom beim Biogas

13.12.2010 - 13:23

Biogas erlebt in Deutschland einen Boom. Einige Bundesländer kritisieren jetzt Mais-Monokulturen und steigende Strompreise als Folgen des schnellen Wachstums. Sie wollen die Förderung von Biogas durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz deshalb auf den Prüfstand stellen.

Eigentlich ist es eine Erfolgsgeschichte für das Klima: Die Biogas-Branche wächst rasant, fast 6.000 solcher Anlagen stehen im Moment schon in Deutschland. Das sind etwa 1.000 mehr als noch vor einem Jahr. Bis Ende 2011 dürften noch einmal rund 800 dazukommen, erwartet der Fachverband Biogas e.V. Doch jetzt bekommen die Anlagenbetreiber eisigen Gegenwind zu spüren. Das Land Niedersachsen, in dem bundesweit Biogasanlagen mit den meisten Erzeugungskapazitäten stehen, will laut Spiegel Online in dieser Woche einen Entschließungsantrag im Bundesrat stellen. Das Ziel: Die Förderung von Biogas durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz soll reformiert werden.

Ähnliche Töne kommen aus Nordrhein-Westfalen. Auch Sachsen-Anhalts Umweltminister Hermann Onko Aeikens macht Front gegen das grüne Gas: Nicht mehr vertretbar sei die weitere Förderung, zitiert ihn der Spiegel. Der Grund: Die meisten der deutschen Biogasanlagen werden nicht etwa mit Gülle oder Pflanzenabfällen betrieben, sondern mit Mais. Und die Ökostromproduktion verschlingt davon gewaltige Mengen: Die Anbaufläche von Energiepflanzen ist laut dem Bericht innerhalb eines Jahres von 530.000 auf 650.000 Hektar gestiegen. Die Folge sind ökologisch äußerst fragwürdige Monokulturen. Außerdem fehlen die Flächen für den Anbau von Nahrungsmitteln - das treibt die Preise nach oben.

Die Verbraucher zahlen aber nicht nur an der Supermarktkasse für den Biogas-Boom. Auch ihre Stromrechnung steigt, weil die Erzeugung von elektrischer Energie aus Biogas über die EEG-Umlage subventioniert wird. Je mehr Strom die Anlagen einspeisen, desto höher steigt auch die Umlage, die alle Stromkunden bezahlen müssen. Auf eine ähnliche Entwicklung im Solarstrombereich hat der Gesetzgeber bereits mit einem Abschmelzen der Fördersätze für die Photovoltaikanlagen reagiert. Das soll den Anstieg der Strompreise bremsen. Die nächste Neuordnung der Förderung steht allerdings erst 2012 auf der Agenda.

(mb)

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