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Ausblick 2014 - Energiemarkt vor Veränderungen

31.12.2013 - 14:07

Kurz vor dem Jahreswechsel blickt alle Welt gespannt auf das, was sie nach der Silvesternacht erwartet. Auch der Energiemarkt muss sich auf Veränderungen einstellen, denn Deutschlands neuer Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD), zu dessen Ressort künftig auch die Energiewende gehört, sowie die alte und neue Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wollen die EEG-Reform vorantreiben. Zudem könnte auch das seit Mitte Dezember 2013 eröffnete Beihilfeverfahren der EU-Kommission bereits erste Schatten auf das neue Jahr werfen.

Die EU-Kommission hat dabei die Industrieprivilegien ins Visier genommen, weil sie um den europäischen Wettbewerb fürchtet. In Deutschland werden bislang stromintensive Industriebetriebe unter bestimmten Voraussetzungen bei der EEG-Umlage begünstigt, in dem sie deutlich reduzierte Abgaben zahlen. Die Konkurrenz aus dem europäischen Ausland hat diese Vorteile jedoch nicht. Daher vermutet EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia in diesen besonderen Ausgleichsregelungen eine nach EU-Recht verbotene staatliche Beihilfe.

Mögliche Folgen des EU-Beihilfeverfahrens

Die Industrie bangt seither um ihre Rabatte und befürchtet mögliche Rückzahlungen. Zwar hält Kanzlerin Merkel bislang an der Rechtmäßigkeit der günstigeren EEG-Umlage fest. Doch einem Urteil der Kommission müsste auch sie sich beugen. Eine schnelle Reform könnte auf das Urteil jedoch einen Einfluss haben. Nicht zuletzt deshalb planen sie und ihr neuer Minister für die Energiewende, Sigmar Gabriel, eine gründliche Reform, die noch vor Ostern feststehen soll. Er forderte jüngst zu einem kompletten Neustart der Energiewende. Er will daher zeitnah Eckpunkte für die Reform des EEG vorlegen.

Industrieverbände warnen jedoch vor einem Exodus für in Deutschland ansässige Unternehmen, weil die Energiepreise europaweit bereits jetzt mit zu den höchsten gehören. Zudem müssten die bislang privilegierten Unternehmen die dann höheren Kosten über teurere Produktpreise ausgleichen. Damit drohen dem Verbraucher dann also Verteuerungen im alltäglichen Leben – beispielsweise bei den Fahrkarten des öffentlichen Nahverkehrs, der bislang vielerorts noch von günstigeren Abgaben profitiert.

Steigende Abgaben treiben den Strompreis

Neben der vieldiskutierten EEG-Umlage, die ab dem 1. Januar 2014 auf 6,24 Cent ansteigt, gibt es zusätzlich noch eine weitere Umlage für abschaltbare Lasten. Sie fällt mit 0,009 Cent pro verbrauchte Kilowattstunde zwar bislang nur gering ins Gewicht. Dennoch stellt sie eine weitere staatlich festgelegte Abgabe dar, die ohnehin schon einen Löwenanteil bei der Zusammensetzung des Strompreises ausmacht. Vielerorts steigen zudem die Netzentgelte an.

Dass eine Strompreiswelle, wie es sie zum Jahreswechsel 2012/2013 gegeben hat, bislang ausgeblieben ist, liegt zum großen Teil an den günstigen Beschaffungspreisen für Strom an der Strombörse. Dadurch konnten viele Stromanbieter bislang die höheren Abgaben kompensieren und so ihren Kunden weiterhin einen stabilen Preis bieten. Doch Experten gehen davon aus, dass viele Versorger ihre Preise unterjährig noch an die höheren Abgaben anpassen werden.

Sparmöglichkeiten durch Wechsel des Stromanbieters

Stromkunden die sparen möchten haben jedoch die Möglichkeit, sich aus der Fülle der verfügbaren Stromtarife in Deutschland einen günstigeren herauszusuchen und zu dem Anbieter zu wechseln. Es ist gar nicht schwer: Einfach kostenlos und unverbindlich einen Stromvergleich machen, das passendste Angebot heraussuchen und den Wechselantrag ausfüllen. Den Rest übernimmt in der Regel der neue Anbieter.

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