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Atomkonzerne spekulieren auf 127 Mrd. Mehreinnahmen - Strompreis sinkt wohl trotzdem nicht

07.09.2010 - 21:41

Laut dem Freiburger Öko-Institut können die vier großen Energiekonzerne (RWE, E.ON, EnBW und Vattenfall) durch die beschlossene Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke mit Zusatzeinnahmen von bis zu 127 Milliarden Euro rechnen. Die vom Staat veranschlagte Brennelementsteuer sowie die Sonderausgaben für den Ausbau alternativer Energien betragen nur 25 Prozent dieser Mehreinnahmen.

Dem Öko-Institut zufolge teilen sich die 127 Milliarden fast vollkommen zwischen den vier Energieversorgern  auf.  E.ON erhält 53,3 Milliarden, RWE in etwa 32,8 Milliarden und dahinter folgen die EnBW mit rund 26,5 Milliarden sowie Vattenfall mit 9 Milliarden. Die restlichen 4,7 Milliarden verteilen sich zwischen den kleineren Anbietern. Nicht berücksichtigt wurden in diesen Kalkulationen die zusätzlichen Kosten für die Wartung, um die Sicherheit der Atomkraftwerke zu gewährleisten.

Angaben über die Abgabenhöhe der Energiekonzerne variieren stark

Während das Öko-Institut von Abgaben der Energiekonzerne in der Höhe von 25 Prozent der Mehrgewinne ausgeht, rechnet die EnBW mit einer Belastung von bis zu 50 Prozent. Johannes Teyssen, der Vorstandsvorsitzende des E.ON Konzerns, begrüßte zwar die Laufzeitverlängerung, äußerte aber ebenfalls, dass die Regierung durch die neuen Rahmenbedingungen einen Großteil der Zusatzeinnahmen abschöpfe. Das Kanzleramt rechtfertigt die Laufzeitverlängerung durch die Absicht, die Energieversorgung zu moderaten konstanten Preisen gewährleisten zu wollen.

Konsumenten können nicht mit sinkenden Strompreisen rechnen

Johannes Lambertz, Chef von RWE Power, verkündete trotz der angehenden Mehreinnahmen, dass sich die Konsumenten keine Hoffnung auf sinkende Stromkosten machen sollen, da sich am aktuellen Kraftwerksmix nichts ändere. Spiegel Online zufolge hat die längere Laufzeit der Reaktoren keinen Einfluss auf dem Strompreis, da dieser an der Leipziger Börse ausgehandelt wird und sich immer nach den variablen Kosten des Grenzwerkes richtet. Unter einem Grenzwerk versteht der Experte jenes Kraftwerk, das gerade noch benötigt wird, um die Nachfrage an Energie zu decken. Atomstrom  ist zwar deutlich preiswerter als Strom aus anderen Kraftwerken, allerdings orientiert sich die Börse an den Grenzkosten und nicht an den Durchschnittskosten. Somit können sich die Energiekonzerne über die zusätzlichen Mehreinnahmen freuen, während die Konsumenten laut dem Öko-Institut keine Strompreisveränderung zu erwarten haben und mit konstanten Preissteigerungen rechnen müssen.

(cg)

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