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Von der VHS zu Video-on-Demand: Der letzte Videorekorder geht vom Band

28.07.2016 - 10:00

Ausgespult: Der letzte Hersteller von VHS-Videorecordern trägt das Kult-Gerät der 80er und 90er endgültig zu Grabe – Grund genug für uns, interessante und skurrile Fakten zum Video-Dinosaurier zusammenzutragen. Und um einen Blick auf die Nachfolger der VHS zu werfen.
 

Mit der VHS-Kassette konnten Kinofilme auch zu Hause angesehen werden.
Etwas überraschend teilte der japanische Hardware-Hersteller Funai Electronic vergangene Woche mit, künftig keine VHS-Videorecorder mehr herstellen zu wollen. Überraschend ist dabei nicht unbedingt der Produktionsstopp selbst, sondern vielmehr die Tatsache, dass überhaupt noch irgendwo auf dieser Welt VHS-Videorecorder hergestellt werden. Und auch, dass Funai eigenen Angaben zufolge 2015 noch satte 750.000 Geräte absetzen konnte.

Funai selbst behauptet, der letzte Hersteller von VHS-Videorecordern zu sein – die Einstellung wäre dann also das endgültige Aus des Videomediums, das in den 80ern und 90ern in beinahe jedem Haushalt zu finden war.
 

Ein Dinosaurier stirbt


Videokassetten selbst werden bereits seit dem letzten Jahr nicht mehr hergestellt, die letzte Hollywood-Produktion, die auch auf VHS veröffentlicht wurde, erschien 2006: A History of Violence.

Die meistverkaufte VHS-Videokassette der Welt ist Der König der Löwen von Disney. Der Film ging rund 55 Millionen Mal über die Ladentheke.

Weit weniger häufig wurden offensichtlich spezielle Editionen von Filmen wie Die Schöne und das Biest und Halloween verkauft, die brachten Ebay-Verkäufern in den vergangenen Jahren teilweise über 10.000 US-Dollar ein. Auch Filme der ersten Star-Wars-Trilogie sind bei Fans sehr beliebt.
 

Die Nachfolger der VHS


Die weitere Entwicklung dürfte selbst den Jüngeren bekannt sein: In den 2000ern setzte sich die 1997 eingeführte Video-DVD als Abspielmedium gegen Formate wie Video-CD und Laser-Disc durch, 2002 wurden in Deutschland erstmals mehr DVDs als VHS-Kassetten verkauft.

Der Vorteil von digitalen gegenüber VHS-Videos lag auf der Hand: Einerseits verbesserte sich die Bildqualität, die auch konstant gut blieb und nicht mit der Zeit abnahm, andererseits hatte die Video-DVD einen höheren Bedienkomfort. Immerhin musste man einen Film nicht zurückspulen, um ihn von vorn zu starten.

2008 stach dann die Blu-ray-Disc den Konkurrenten HD-DVD aus und ist seither das Standard-Medium, wenn es um hochaufgelöste Filme auf Disc geht. Dank Abwärtskompatibilität können Blu-ray-Player auch jede Video-DVD abspielen.
 

Video-on-Demand statt Videothek

 
Wer einen Film schon einmal angesehen hat, muss die VHS-Kassette zurückspulen.
Parallel entwickelte sich mit den Video-on-Demand-Diensten ein Service, der vor allem den Videotheken schadete. Gegen Gebühr konnten Nutzer Filme digital ausleihen oder kaufen und herunterladen oder über das Internet streamen.

Dank immer schnellerer Internetanschlüsse setzten sich in den 2010ern auch Abo-Streaming-Portale wie Netflix, Amazon Prime Video, Maxdome und Co. durch. Nutzer zahlen hierbei einen monatlichen Beitrag und erhalten dafür Zugriff auf die umfangreichen Videotheken der Anbieter.

Der Vorteil der Abodienste gegenüber dem linearen Fernsehen ist die zeitliche Unabhängigkeit. Außerdem sichern sich die Anbieter inzwischen Exklusivrechte von neuen Serien und Filmen und produzieren teilweise extrem aufwändige Serien selbst.

Einen Überblick der gängigen Video-on-Demand-Dienstleister erhaltet ihr in unserem VoD-Vergleich – hier könnt ihr das Angebot und die Preise der Streaming-Dienste vergleichen.
 

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