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Voice-over-IP statt Analog-Festnetz: Das müssen Sie wissen!

06.02.2015 - 12:00

Bis 2018 sollen alle noch vorhandenen Analog-Anschlüsse der Telekom auf die digitale Voice-over-IP-Technik (VoIP) umgestellt werden. CHECK24 erklärt, was das bedeutet, wer davon betroffen ist und was es bei der Umstellung zu beachten gibt.

Bis 2018 sollen alle analogen Telefonanschlüsse in Deutschland auf IP-Technik umgestellt werden. Die Telekom ist sich in Ihrem Vorhaben so sicher, dass Sie VoIP-Verweigerern bereits mit der Kündigung drohte. CHECK24 erklärt, warum die Telekom ihr Netz umstellt, wer davon betroffen ist und welche Auswirkungen die Umstellung hat.

Warum stellt die Telekom um?

Die analoge Vermittlungstechnik stammt noch aus Kaiserzeiten, ist also ganz schön alt. Für die Telekom wird es immer schwerer, an passende Ersatzteile zu kommen, da diese zum Teil gar nicht mehr hergestellt werden. Beim analogen Telefonieren sendet das Telefon ein analoges Signal über die Kupferleitung, Voice-over-IP hingegen nutzt eine Internetverbindung, um die Gesprächsdaten zu verschicken. Das ist für die Telekommunikations-Unternehmen zentral steuerbar und außerdem leichter instand zu halten. Die Telekom freut sich also doppelt: IP-Telefonie ist für sie nicht nur praktischer, sondern auch sehr viel günstiger als die dezentrale Analog-Vermittlung.

Wie funktioniert der Wechsel?

IP-Telefonie soll die Gesprächsqualität verbessern.
Wenn Sie Ihr Telefon noch direkt an der Telefondose angeschlossen haben, benötigen Sie einen sogenannten Router. Ein kleines Gerät, das zwischen Ihr Telefon und die Telefondose angeschlossen wird. In der Regel können Sie das Gerät gegen Gebühr bei der Telekom mieten oder kaufen – oder Sie besorgen sich selbst einen Router, der Voice-over-IP beherrscht.

Der Router stellt automatisch eine Verbindung zum Internet her, die Voraussetzung für IP-Telefonie. Einen Tarif mit Internetanschluss beziehungsweise Internet-Flatrate benötigen Sie aber nicht, wenn Sie nicht wollen.

Ihr altes Telefon können Sie weiterhin verwenden, der überwiegende Teil aller Router hat nämlich einen Anschluss für analoge Telefone. Nur bei alten Wählscheibentelefonen müssen Sie sich vorher bei Ihrem Anbieter informieren, ob der bereitgestellte Router das Telefon unterstützt – ein paar Geräte sind nämlich nicht mit dem Impulswahlverfahren (IWV) kompatibel oder liefern nicht genug Spannung, um das Klingeln des Telefons auszulösen.

Die Telekom arbeitet außerdem derzeit an einer Technik, die es ermöglichen soll, Analog-Telefone auch weiterhin direkt an der Telefondose zu betreiben - ein Router wäre in diesem Fall also nicht notwendig. Einen Termin, ab wann diese Technik zur Verfügung stehen soll, konnte die Telekom aber noch nicht nennen.

Sollten Sie zu Hause bereits im Internet surfen, Ihr Telefon aber noch am Splitter hängen, müssen Sie unter Umständen nur das Telefonkabel vom Splitter in den Router stecken und diesen direkt mit der Telefondose verbinden. Voraussetzung ist allerdings, dass der Router bereits VoIP unterstützt. Ist dies nicht der Fall, benötigen Sie einen neuen Router – der wird Ihnen in der Regel gegen Gebühr von der Telekom zur Verfügung gestellt. Splitter und NTBA für ISDN-Anschlüsse werden nicht mehr benötigt.

Aktuelle Router unterstützen auch sogenannte DECT-Telefone. Weil diese sich per Funk mit dem Router verbinden, können sie überall in der Wohnung abgestellt werden. Eine Verbindung der Ladeschalte an den Router oder die Telefondose fällt weg.

Wer wird wann umgestellt?

Bis 2016 will die Telekom Analog-Anschlüsse in den 53 größten Städten umstellen, bis spätestens 2018 im Rest der Republik. Wer einen Analog-Anschluss zu Hause hat und den in Eigeninitiative umstellen lassen möchte, bevor die Telekom es tut, der kann über das Online-Kundencenter einen Änderungsauftrag an die Telekom schicken oder die Umstellung über die Hotline beantragen. Sie bekommen dann eine Auftragsbestätigung zugeschickt, die den Umschalttermin enthält.

VoIP-Wechsel: Vorteile und Nachteile für Kunden

Die Kunden gehen beim Wechsel nicht leer aus: So bringt die Umstellung zumindest theoretisch eine schnellere Internetleitung mit sich, da die analoge Telefonie nicht mehr den Großteil der Bandbreite blockiert. Die Qualität von Telefongesprächen nimmt ebenfalls zu. Letzteres kann allerdings auch variierten, wenn das Telefonnetz stark ausgelastet ist.

Nach Umstellung der IP-Technik stehen Ihnen bei der Telekom eine ganze Reihe nützlicher Zusatzfunktionen zur Verfügung: So erhalten Sie auf Wunsch zwei Sprachkanäle und bis zu zehn Rufnummern. Vom Kundencenter aus können Sie Rufumleitungen einrichten, Sprachnachrichten können Sie per E-Mail abrufen.

Einer der größten Nachteile dürfte die höhere Störanfälligkeit sein: Fällt das Internet aus, ist auch die Telefonverbindung weg. Auch wenn der Strom ausfällt, klappt Telefonieren nicht mehr. Beim Analog-Anschluss war das noch anders, da das Telefonnetz eine eigene Stromversorgung hatte und alte Telefone allein mit dieser Spannung betrieben wurden. Für Notfälle sollten Sie ein geladenes Mobiltelefon zu Hause haben - das funktioniert auch, sollte die Festnetzverbindung mal weg sein. Auch ältere Sicherheitssysteme, die das Analognetz nutzen, um Notrufe abzusetzen, sind nicht damit nicht mehr zu 100 Prozent einsatzbereit. Experten empfehlen daher, auf ein System mit GSM-Verbindung ins Handynetz umzustellen.

Geld sparen mit IP-Anschluss

Mit der Umstellung auf IP-Technologie lässt sich in vielen Fällen Geld sparen, vor allem, wenn Sie nicht nur Telefonieren, sondern auch im Internet surfen wollen. Im transparenten Anbieter-Vergleich von CHECK24 finden Sie aus über 210 Anbietern den günstigsten an Ihrer Adresse.

(twi)

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