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Urteil des Bundesgerichtshofs: WLAN muss abgesichert sein

28.05.2010 - 22:40

Lange Zeit war es rechtlich nicht geregelt, ob Internet-Nutzer dafür haften müssen, wenn sich eine dritte Person über ein ungesichertes WLAN-Netzwerk Internet-Zugriff verschafft und darüber illegale Inhalte oder Dateien herunter lädt.  Mit seinem aktuellen Urteil hat der Deutsche Bundesgerichtshof (BGH) eine klare Regelung getroffen, was die Absicherung von offenen WLAN-Netzen betrifft.

Haftung, aber kein Schadenersatz

Das mit großem Interesse verfolgte Verfahren war daraufhin gerichtet, ob ein Internet-Nutzer haften muss, oder sogar mit Abmahnungen oder Unterlassungserklärungen zu rechnen hat, wenn über seinen ungesicherten WLAN-Zugang ohne sein Wissen beispielsweise illegal Filme oder Software über das Internet ausgetauscht werden.

Die Entscheidung aus Karlsruhe nimmt den WLAN-Betreiber in die Pflicht, begrenzt aber zugleich auch seine Haftung. Eine Schadenersatz-Pflicht sehen die Richter nicht. Internet-Nutzer, die Ihr WLAN-Netz nicht ausreichend gegen Zugriffe durch Dritte schützen, müssen auch zukünftig mit einer Abmahnung rechnen oder auch eine Unterlassungserklärung abgeben, der Geschädigte kann aber leidglich Gebühren bzw. einen Ausfall bis zu einer Höchstgrenze von 100 Euro verlangen.

WLAN-Netzwerk mit sicherem Passwort schützen

Die Richter des BGH sehen es als Pflicht auch des Privatanwenders, dass dieser sein WLAN-Netz gegen unberechtigte Zugriffe von außen schützt. Aktuellen Umfragen zufolge ist immer noch ein großer Anteil aller privaten WLAN-Netze ungeschützt. Dabei ist die Absicherung des WLAN-Netzwerkes sehr einfach umzusetzen. Ein wirksamer Schutz gegen einen möglichen unberechtigten Zugriff ist die Einrichtung eines sicheren Passwortes über die neusten Verschlüsselungstechniken. Die Werksseitig eingestellten Passwörter in den WLAN-Routern sollten hier schnellstmöglich ersetzt werden, da diese im Internet weitläufig bekannt sind. Viele Hardware-Anbieter sind daher aber auch schon dazu übergegangen, bei der ersten Einrichtung der Geräte ein individuelles Passwort für den WLAN-Zugriff zu vergeben. Alle WLAN-Geräte neuerer Bauart unterstützen i.d.R. die neuesten Verschlüsselungstechniken (WPA2), die einen hohen Sicherheitsstandard gewährleiten. Eine ständige Aktualisierung der Sicherungstechnik, beispielsweise durch laufenden Austausch der entsprechenden Geräte, ist laut Aussagen des Gerichts aber nicht nötig. Ist die Absicherung einmal eingerichtet, sehen die Richter dies als ausreichend an. Viele Geräte unterstützen weitere Sicherheitsmerkmale wie beispielsweise die Beschränkung des Zugriffs auf bestimmte PCs.

Betreiber offener WLAN-Netzwerke werden reagieren

Problematisch kann die Entscheidung aus Karlsruhe für alle Betreiber von offenen WLAN-Netzen werden. Diese werden beispielsweise von Hotels, Internet-Cafés oder anderen Einrichtungen angeboten. Um eventuellen Missbrauch und damit verbundene Forderungen und Abmahnungen zu vermeiden, werden die Betreiben voraussichtlich mit unterschiedlichen Absicherungen bzw. Anmeldeprozeduren reagieren, um den Zugang erschweren, oder das Angebot wird eventuell vom Betreiber ganz eingestellt. Anonymes Surfen im Internet wird damit weiter erschwert, da der Nutzer dann beim Zugriff klar identifiziert werden muss.

Wer sich gerade mit dem Wechsel seines Internet-Anbieters beschäftig oder einen neuen DSL-Anschluss einrichten lassen möchte, kann dies auch zum Anlass nehmen, die WLAN-Hardware auszutauschen und sich mit neuern sicheren Geräten auszustatten. Viele DSL-Anbieter geben ein WLAN-Gerät der neuesten Generation oft kostenlos zum DSL-Paket dazu. Eine Übersicht über die aktuellen DSL-Tarife und auch die verschiedenen Hardware-Optionen bietet ein Tarifrechner, wie ihn beispielsweise CHECK24 anbietet.

(hk)

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