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Nie wieder für nichts zahlen – das Ende teurer Warteschleifen naht

30.05.2012 - 17:48

Mit dem Inkrafttreten des neuen Telekommunikationsgesetzes ist das Zeitalter teurer Warteschleifen bei kostenintensiven Sonderrufnummern gezählt – endlich! Kaum etwas hat Verbraucher mehr geärgert, als sich minutenlang am Telefon „Für Elise“ anzuhören und dafür durchschnittlich 1,20 Euro zahlen zu müssen. Solche Warteschleifen haben Verbraucher allein in 2011 angeblich circa 150 Millionen Euro gekostet. Damit ist bald vorbei – denn in einem Jahr müssen Unternehmen, deren Anrufer in Warteschleifen landen, die neuen Gesetzesvorgaben in die Tat umgesetzt haben.

Der Gesetzgeber hat Unternehmen, die teure Sonderrufnummern mit Warteschleifen einsetzen, zwei Fristen zur stufenweisen Umsetzung der neuen Warteschleifen-Regelungen vorgegeben. Die erste beginnt am 1. September 2012, die zweite am 1.Juni 2013. Bis zum 1. September haben Unternehmen damit Zeit, die Übergangsregelung für Warteschleifen umsetzen, die dann bis 1. Juni nächsten Jahres gilt - bis die endgültigen Änderungen angewendet werden müssen.

Ab September 2012: zwei Minuten in einer Warteschleifen sind kostenlos

Die Übergangsregelung sieht laut Telekommunikationsgesetz vor, dass „Warteschleifen bei entgeltpflichtigen Rufnummern nur dann eingesetzt werden, wenn die ersten zwei Minuten der Verbindung ab Rufaufbau für den Anrufer kostenfrei sind.“ Das bedeutet: Erst nach Ablauf von zwei Minuten ab Rufaufbau oder wenn die Warteschleife vorher beendet wird, müssen Kunden zahlen. Dabei spielt es aber keine Rolle, ob den Anrufer am anderen Ende der Telefonleitung eine Person oder ein Computer, wie zum Beispiel eine Menüauswahl, empfängt.

Zur Zeit in einer Warteschleife zählt laut Angabe des Verbraucherzentrale Bayern jedoch auch die Zeit, die bei einer Weiterleitung zu einem anderen Gesprächspartner während eines Telefonats verstreicht. Während der Übergangszeit zwischen September 2012 und Juni 2013 sind Anbieter von Hotlines mit Warteschleifen noch nicht verpflichtet, einen Anrufer über die Dauer der Wartezeit sowie anfallende Kosten zu informieren.

Ab 1. Juni 2013: Warteschleifen bei Sonderrufnummer müssen kostenlos sein

Nach Ablauf der Übergangszeit am 1. Juni 2013 gilt:  Warteschleifen bei Sonderrufnummern, wie zum Beispiel 01805- oder 0900-Rufnummern, dürfen nur noch eingesetzt werden, wenn der gesamte Anruf einem Festpreis unterliegt oder der Angerufene die Kosten des Anrufs für die Zeit in der Warteschleife übernimmt. Alternativ steht es Unternehmen natürlich frei, Hotlines mit Warteschleifen unter Ortsnetzrufnummern, normalen Mobilfunknummern oder kostenfreien Rufnummern anzubieten. Hotlines, die unter solchen Telefonnummern zu erreichen sind, sind von der neuen Warteschleifenregelung nicht betroffen.

Außerdem hat der Angerufene beim Einsatz von Sonderrufnummern mit Warteschleife laut Gesetz dafür zu sorgen, dass Anrufende darüber informiert werden, wie lange sie in der Warteschleife hängen und wie hoch die Kosten für den Anrufer sein werden. Unternehmen, die diese Regelungen – sowohl während der Übergangszeit als auch danach – missachten, können mit einem Bußgeld belegt werden.

Weiterhin sieht das neue Telekommunikationsgesetz ein Sonderkündigungsrecht für DSL-Kunden bei einem Umzug vor. Lesen Sie dazu am Freitag hier mehr!

(awa)

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