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Psst, sag es nicht Google!

08.05.2015 - 08:35

Personenbezogene Daten lassen sich heute mehr denn je zu Geld machen. Suchmaschinen wie Google gehören da zu den großen Playern auf dem Markt. Doch es gibt auch Mittel und Wege, der Datenkrake aus dem Weg zu gehen.
 

Die meisten Internetnutzer hinterlassen einen digitalen Fingerabdruck.
Als das Internet noch in den Kinderschuhen steckte, war Internetwerbung wie die berühmte Nadel im Heuhaufen. Heute gibt es den Heuhaufen nicht mehr. Dafür unzählige Nadelhäufchen, fein säuberlich nach Art und Größe sortiert.

Werbetreibende wissen heute ganz genau, mit wem sie es zu tun haben. Ihre Anzeigen sind daher ganz gezielt auf das Interessenprofil der User zugeschnitten. Für die Werbeindustrie ist das ein gutes Geschäft, für Suchmaschinen wie Google auch. Die verdienen durch die Profilschärfung ihrer Nutzer nämlich viel Geld.

Die meisten Nutzer haben sich damit abgefunden, dass sie wie ein offenes Buch durchs Internet surfen, immerhin werden rund 95 Prozent aller Suchanfragen weltweit über Google getätigt. Doch es gibt auch Suchmaschinen, die das Buch wieder zuklappen – CHECK24 stellt hier vier Google-Alternativen vor, die sich dem Thema Datenschutz verschrieben haben.

DuckDuckGo

Eine Google-Alternative ist die Suchmaschine DuckDuckGo. Die ist seit 2008 am Netz und finanziert sich, wie Google auch, durch Werbung. Allerdings bezieht diese sich ausschließlich auf den eingegebenen Suchbegriff und lässt sich, anders als beim Platzhirsch Google, über die Einstellungen abstellen.

DuckDuckGo nutzt einen eigenen Webcrawler, um das Internet zu durchsuchen, nutzt zur Anreicherung der Ergebnisliste aber auch Yahoo Search Boss und Wikipedia. Die Suchregion lässt sich mit einem Mausklick umstellen. DuckDuckGo wirbt damit, dass die Suchmaschine seine Nutzer nicht verfolgt und positioniert sich damit als datenschutzfreundlicher Dienst. IP-Adressen und Besucherinformationen werden nicht gespeichert, Cookies nur dann verwendet, wenn sie für die Funktionalität notwendig sind.

Relativiert werden die Datenschutzbemühungen des Dienstes durch die Tatsache, dass DuckDuckGo derzeit die Amazon-Serverstruktur nutzt, anstatt auf eigene Server zurückzugreifen. Und: Wie andere US-Firmen auch, unterliegt DuckDuckGo dem USA PATRIOT Act. Wenn das FIDA-Geheimgericht es also genehmigt, erhalten Behörden wie das FBI und die CIA Zugriff auf die Server der Suchmaschine.

Qwant

Auch der französische Suchdienst Qwant verzichtet darauf, persönliche Daten seiner Nutzer zu sammeln. Cookies werden nur für die Dauer einer Such-Session erstellt und nach Verlassen der Seite wieder gelöscht. Personalisierte Suchergebnisse gibt es bei Qwant standardmäßig nicht.

Wenn der Nutzer es aber wünscht, kann er sich ein Konto einrichten und personenbezogene Ergebnislisten erhalten. Ein Vorteil gegenüber DuckDuckGo ist, dass sich die von der Suchmaschine genutzten Server allesamt in der Europäischen Union befinden und Qwant damit dem strengeren EU-Datenschutzrecht unterliegt.

Ixquick

Die Macher von Ixquick bezeichnen ihre Suchmaschine als die „diskreteste der Welt“. Und in der Tat: Der niederländische Dienst tut viel für die Privatsphäre. Wie die anderen vorgestellten Suchmaschinen speichert Ixquick keine personenbezogenen Daten, der Datenschutz wird von der niederländischen Behörde für Datenschutz überwacht.

Für die Ergebnisliste bedient sich Ixquick bei anderen Suchmaschinen. Eine Sternwertung zeigt an, ob ein Ergebnis bei mehreren Suchmaschinen im vorderen Bereich gelistet wird und gibt damit eine Art Qualitätsangabe ab.

MetaGer

Mit MetaGer hat es auch eine deutsche Suchmaschine in unsere Liste geschafft. Sie wurde in Kooperation mit der Universität Hannover entwickelt und wird von einem gemeinnützigen Verein betrieben, der nicht gewinnorientiert arbeitet. IP-Adressen und der persönliche Fingerabdruck werden hier nicht gespeichert, Cookies und Tracking-Technologien nicht eingesetzt.

MetaGer bietet seinen Nutzern die Möglichkeit, anonym auf die Ergebnisseiten zuzugreifen. Ein Klick auf „anonym öffnen“ leitet den Suchenden über einen anonymen Proxy auf die gewünschte Seite.

Datenschutz hin oder her: Auf einen schnellen und günstigen Zugang zum Internet sollten Sie nicht verzichten. Finden Sie mit der Verfügbarkeitsprüfung von CHECK24 heraus, welche Anbieter und Tarife bei Ihnen zu Hause verfügbar sind.
(twi)
 

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