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Wahlfreiheit: Routerzwang ab August Geschichte - eigentlich…

03.06.2016 - 16:40

Am 01. August 2016 tritt ein Gesetz in Kraft, um das lange gerungen wurde: Verbraucher haben ab dann die freie Wahl, welchen Router sie für ihren Internetzugang einsetzen wollen. Vorbei die Zeiten, in denen Provider ihren Kunden ein bestimmtes Gerät vorschreiben konnten. Um es einrichten zu können, müssen die Anbieter ihren Kunden die notwendigen Zugangsdaten und Informationen schriftlich zur Verfügung stellen. Aber wie so oft gibt es auch hier einen Haken.

Der Wegfall des Routerzwangs verpflichtet Internetanbieter in Deutschland, Kunden die Wahl des Routers zu überlassen. Die Anbieter dürfen zwar weiterhin Geräte zu ihren Tarifen anbieten, müssen allerdings auch die Zugangsdaten für den Internetzugang herausrücken, sodass Kunden auch eigene Router einsetzen können.

Technisch versierte Verbraucher können sich also ihren Wunschrouter kaufen und diesen nach Belieben nutzen. Wer mit Technik eher weniger am Hut hat, sollte dagegen auch weiterhin zu den bereits vorkonfigurierten Geräten der Anbieter greifen.
 

Die Gesetzesmacher haben dem Routerzwang allerdings eine kleine Lücke gelassen, die betrifft Bestandskunden. Denn wörtlich heißt es im Gesetzestext, der am 29. Januar 2016 im Bundesgesetzblatt veröffentlich wurde: „Notwendige Zugangsdaten und Informationen für den Anschluss von Telekommunikationsendeinrichtungen und die Nutzung der Telekommunikationsdienste haben sie* dem Teilnehmer in Textform, unaufgefordert und kostenfrei bei Vertragsschluss zur Verfügung zu stellen.“

Deutlich steht hier die Bedingung „bei Vertragsschluss“ zu lesen – Provider scheinen also nicht verpflichtet zu sein, ihren Kunden auch während der meist zweijährigen Vertragslaufzeit noch die Daten und Informationen geben zu müssen. Ohne sie ist der Anschluss eines frei gewählten Routers häufig nicht möglich. Das Bundeswirtschaftsministerium hat gegenüber dem Online-Magazin teltarif.de Ende Januar 2016 erklärt, dass die neue Regelung die Wirksamkeit bestehender vertraglicher Regelungen nicht berühre. Bestandskunden, die keinen neuen DSL Tarif bestellen können, müssen also bei der Herausgabe der Zugangsdaten weiterhin auf die Kulanz ihres Anbieters hoffen.

Kundenzufriedenheit wichtiger als Hardware – so planen die Kabelanbieter

Für viele Verbraucher ist nun also ausschlaggebend, ob Anbieter den Schwarzen Peter, den der Gesetzgeber ihnen zugesteckt hat, nehmen. Bislang sieht es eher so aus, als ob die meisten von ihnen die Zufriedenheit ihrer Kunden über ihr Recht stellen. So wollen beispielsweise Unitymedia und Vodafone Kabel Deutschland auch ihren Bestandskunden die Routerwahl ermöglichen, wie golem.de Mitte Mai berichtet hat.
 

So hat Unitymedia in seinem Unternehmensblog Anfang Juni angekündigt, dass auch Bestandskunden zum 1. August von der Routerfreiheit profitieren sollen - lediglich Kunden, deren Verträge vor April 2013 geschlossen wurden, müssen in die neue Angebotsstruktur wechseln.

Wer als Unitymedia-Kunde einen eigenen Router nutzen will, muss zudem darauf achten, dass sein Gerät der Schnittstellenbeschreibung entspricht, die bis zum 1. August veröffentlich werden soll, heißt es in dem Blog weiter. Sie müssen dem Provider dann noch Mac-Adresse und Seriennummer mitteilen, damit der Router freigeschaltet werden kann.

Ähnlich will es auch DSL- und Kabelanbieter Vodafone Kabel Deutschland halten. Bestandkunden sollen nicht per se von der Routerwahl ausgeschlossen werden. Auch sie sollen grundsätzlich eigene Kabelmodems einsetzen können, „soweit diese Geräte die Anforderungen gemäß der ab 1. August geltenden Schnittstellenbeschreibung erfüllen.“, so ein Konzernsprecher gegenüber golem.de. Nur Kunden, die „speziell provisionierte Geräte beziehungsweise Produkte für ihren Anschluss gebucht haben“, sind davon ausgenommen.

DSL-Anbieter ihrer Zeit voraus: Freie Routerwahl besteht bereits

DSL-Anbieter wie die Telekom, 1&1 oder o2 haben ihre Hausaufgaben bezüglich der Routerwahl weitestgehend erledigt und blicken dem 01. August gelassen entgegen. Alle drei haben auf eine Anfrage von teltarif.de erklärt, dass für ihre Kunden kein Routerzwang besteht und die notwendigen Zugangsdaten stets zur Verfügung gestellt würden beziehungsweise – im Falle von o2 – Kunden mehrere Geräte zur Auswahl stehen. Darüber hinaus sollen die neuen Vorgaben aber zum 01. August umgesetzt werden.


 

*Betreiber öffentlicher Telekommunikationsnetze und Anbieter von öffentlich zugänglichen Telekommunikationsdiensten.

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