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Schnelles Internet: Netzallianz soll für flächendeckende 50 Mbit/s sorgen

14.02.2014 - 12:00

Gleich zu Beginn seiner Amtszeit hat Alexander Dobrindt (CSU), Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, mit einem ehernen Ziel aufgewartet: Er will in der anstehenden Legislaturperiode dafür sorgen, dass flächendeckend schnelles Internet in Deutschland angeboten werden kann. Und wenn Dobrindt "schnell" sagt, meint er auch "schnell". Denn die Rede ist von Breitbandanbindungen mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s).

Um dieses Ziel bis Ende 2018 umsetzen zu können, will der CSU-Politiker die großen Telekommunikations- und Netzunternehmen der Bundesrepublik an einen Tisch bringen und eine „Netzallianz Digitales Deutschland“ schaffen. Diese Allianz soll jedoch nicht nur den Bürgern schnelle Internetverbindungen bescheren, sondern vor allem Deutschland an die Spitze des digitalen Fortschritts führen.

In einem Interview mit der Zeitung „Die Welt“ stellte Dobrindt zudem klar, dass die Bundesrepublik in die „digitale Champions League“ vorstoßen müsse. Derzeit würden insbesondere Amerika und Asien sowohl Deutschland als auch Europa beim digitalen Fortschritt auf die hinteren Plätze verweisen.

Studie: Deutschland an Platz 27 im internationalen Breitband-Ranking

Weder im internationalen noch im europäischen Vergleich kann Deutschland derzeit bei der Breitbandverfügbarkeit überzeugen. Eine durchschnittliche Surfgeschwindigkeit von 7,6 Mbit/s genügen laut einer Studie von Akamai, einem renommierten Anbieter für optimierte Web-Anwendungen und -inhalte, weltweit nur für den 27. Platz. Im innereuropäischen Vergleich liegt die Bundesrepublik demnach auf Platz 15 – weit abgeschlagen hinter dem Ranglistenersten, den Niederlanden. Dort surft man nämlich mit einer Durchschnitts-Bandbreite von 12,5 Mbit/s. Die Schweizer (Platz 2) surfen mit durchschnittlich 11,6 Mbit/s und in Tschechien (Platz 3) stehen schnelle Internetanschlüsse mit 11,3 Mbit/s (Platz 3) im Mittel zur Verfügung.

Diese Zahlen offenbaren, dass Dobrindt noch einen weiten Weg vor sich hat. Und dabei ist er unbedingt auf die Unterstützung der Provider angewiesen. Als erster hat die Deutsche Telekom durch ihren Geschäftsführer Timotheus Höttges in der Zeitung „Welt am Sonntag“ bereits erklärt, dass sie das Vorhaben von Dobrindt gut heiße. Um dieses Riesenprojekt zu stemmen, so der Manager weiter, sei aber die gesamte Branche gefordert. Der Bonner Konzern investiere bereits jedes Jahr Milliarden in den Breitbandausbau. Doch auch die anderen Provider stehen laut Höttges in der Pflicht: Trotz eines Marktanteils von 45 Prozent könne man nicht 100 Prozent der Bundesrepublik ausbauen.

Investition – der Schlüssel zum Hochleistungsnetz

Um das Hochleistungsnetz in der Bundesrepublik zu etablieren, das Dobrindt vorschwebt und das dem Minister zufolge zukünftig über Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit, Fortschritt und schließlich auch Wohlstand entscheidet, müssten Milliarden von Euro in die Hand genommen werden. Hatten die Koalitionsparteien ursprünglich eine Milliarde Euro für den Netzausbau veranschlagt, wie die Onlineausgabe von „Die Welt“ berichtet, stünde nun keine genaue Summe mehr im Koalitionsvertrag. Allerdings könnte dieser Betrag auch nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein sein. Denn laut des Branchenverbandes BITKOM braucht es 20 Milliarden Euro, um ganz Deutschland mit bis zu 50 Mbit/s versorgen zu können.

(awa)

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