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Kabel BW: Verkauf an US-Konzern Liberty Global

23.03.2011 - 11:53

Das Tauziehen um Kabel BW, den drittgrößter Kabelnetzbetreiber Deutschlands, ist beendet. Kabel BW geht an den US-Kabelkonzern Liberty Global, der hierzulande mit Unitymedia bereits einen weiteren Kabelnetzbetreiber besitzt.

Der milliardenschwere Wettkampf um den Kabelnetzbetreiber Kabel BW ist entschieden. Gewinner ist der US-Kabelkonzern Liberty Global, das bereits den Kabelnetzanbieter Unitymedia geschluckt hatte. Der drittgrößte Kabelnetzanbieter wurde für das Geschäft mit Liberty Global mit 3,16 Milliarden Euro bewertet. Dies teilten am Montag Liberty Global und der bisherige Eigentümer EQT mit. Der Deal steht soweit, allerdings müssen die Wettbewerbshüter der Übernahme noch zustimmen.

Liberty Global weist Mitbieter in die Schranken

Am Wochenende - quasi in der letzten Minute - hat der US-Medienmogul John Malone seine Offerte nochmals aufgestockt und somit den Mitbieter in die Schranken gewiesen. Das Angebot von Finanzinvestor CVC lag „nur“ bei 2.95 Milliarden Euro. Mehrheitlich rechneten Experten hier bereits mit dem höchsten Gebot und so galt lange der Finanzinvestor CVC als klarer Favorit. Doch das Angebot von Liberty Global war am Schluss deutlich höher. Finanzinvestor CVC wollte kein höheres Gebot abgeben und zog sich aus dem Wettbieten um Kabel BW zurück.

Liberty Global ist ein internationaler Kabelnetzbetreiber, der in über 14 Ländern Video-, Telefonie- und Breitband-Internetdienste anbietet. Vorwiegend in Europa, Japan, Chile und Australien. Laut Angaben von Liberty Global werden dort rund 17 Millionen Kunden bedient.

Zugang zu einem der attraktivsten Märke in Europa gesichert

Mike Fries, Vorstandschef bei Liberty Global, erklärte gegenüber dem Handelsblatt: „Diese Transaktion erweitert unseren Zugang zu einem der am schnellsten wachsenden Kabelmärkte Europas.“ Man könne jetzt daran arbeiten, ein Gegengewicht zum größten Netzbetreiber Kabel Deutschland aufzubauen. Die beiden Kabelnetzbetreiber Kabel BW und Unitymedia könnten zusammen zwölf Millionen Haushalte in Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen mit Breitbandangeboten versorgen. Derzeit haben Kabel BW und Unitymedia zusammen rund sieben Millionen Kunden. Konkurrent Kabel Deutschland versorgt etwa zwei Millionen mehr Kunden als beide zusammen. In Deutschland empfangen rund 19 Millionen Haushalte ihr TV-Programm über eines der Kabelnetze.

Die Transaktion soll in der zweiten Jahreshälfte abgeschlossen sein. Aber erst noch hat die Kartellbehörde bei diesem Megadeal ein Wörtchen mitzureden. Schließlich würden sich mit diesem Geschäft die Nummer zwei und drei der Kabelnetzbetreiber Deutschlands zusammentun. Auch wenn Kabel Deutschland fast flächendeckend in ganz Deutschland Kabelnetze für TV-Kanäle, Telefonie und Breitbandzugänge anbieten kann, so ist der Druck für Kabel Deutschland damit deutlich gewachsen.

Der geplante Börsengang von Kabel BW ist nach dem Verkauf an Liberty Global vorerst vom Tisch.

(hw)

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