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Freie Routerwahl: Auf der Zielgeraden im Straucheln

30.09.2015 - 12:16

Der Gesetzentwurf gegen einen Routerzwang hat bereits viele Hürden genommen: Die EU hat zugestimmt, das Bundeskabinett hat ihn Mitte August sogar bereits beschlossen. Nun stellt sich der Bundesrat quer.
 

Können sich Internetnutzer künftig ihren Router immer selbst aussuchen?
In Zeiten von Flüchtlingsströmen, Abgasskandalen und der Entdeckung von Wasser auf dem Mars gerät das Router-Thema in den Hintergrund. Zurecht, zumal eigentlich schon lange so gut wie klar war: Den Routerzwang wird es bald nicht mehr geben. Eigentlich. Denn auf den letzten Drücker übt der Bundesrat Kritik. Wie kommt’s?

Was bringt die freie Routerwahl?

Einige Internetanbieter erlauben es ihren Kunden nicht, eigene, anbieterfremde Router an der Telefon- oder Multimediadose zu betreiben. Stattdessen beharren sie darauf, dass sie vorgegebene Geräte einsetzen. Möglich macht dies die Gesetzeslage: Das Telekommunikationsnetz endet demnach aktuell „hinter einer Schnittstelle zum Anschluss für Geräte“, heißt es im Punkt „Problem und Ziel“ des Gesetzentwurfes für die freie Routerwahl. Die Anbieter sehen ihre Hardware entsprechend als Teil des Telekommunikationsnetzes an.

Der Gesetzentwurf sieht vor, dass das Telekommunikationsnetz künftig an der Zugangsdose endet. Im Punkt „Lösung“ schreiben die Vefasser, dass „Telekommunikationsendeinrichtungen unmittelbar an das öffentliche Telekommunikationsnetz angeschlossen werden dürfen“ – sprich: Jeder soll einen beliebigen Router (oder Modem) direkt an der Telefon- oder Multimediadose betreiben dürfen.

Der Kunde könnte sich, sollte das Gesetz verabschiedet werden, selbst aussuchen, mit welchem Router er seinen Internetzugang betreibt. Dieser ist unter Umständen günstiger, als der vom Anbieter vorgeschriebene, hat mehr Funktionen oder ist stromsparender – ganz wie der Kunde es wünscht.

Was hat der Bundesrat dagegen?

In seiner Stellungnahme, die direkt an den Verfasser des Gesetzentwurfes, das Wirtschaftsministerium, zurückgereicht wurde, fragt der Bundesrat, ob „die Definition des Endpunkts (…) an die technischen Gegebenheiten von Fibre-to-the-Home-Netzen sowie von Kabelnetzen angepasst ist oder ob die Definition entsprechend erweitert werden muss.“ Das IT-Portal Heise sieht in dieser Frage die genau die Argumentation der Netzbetreiber wiedergegeben, die fordern, dass das Zugangsgerät zumindest bei Kabel- und Glasfaseranschlüssen zum Netz zählen und damit vorgegeben werden dürfen.

Die befürchten durch das geplante Gesetz laut Heise etwa höhere Support-Kosten, würden nicht mehr so viel mit dem Vertrieb eigener Hardware verdienen und hätten nicht länger die Kontrolle über Dienste (zum Beispiel: WLAN gegen Gebühr).

Wie geht es weiter?

Die IT-Webseite Computerbase sieht im letzten Aufbäumen der Kritiker nur wenige Aussichten auf Erfolg. Und selbst, wenn der Bundesrat sich nicht überzeugen lassen sollte: Die Bundesregierung hat gemeinsam mit dem Bundestag die Möglichkeit, den Bundesrat zu überstimmen. Mit einer großen Wahrscheinlichkeit bleibt es also dabei: Seinen Router wird sich in Zukunft Jeder selbst aussuchen können.

Einige Anbieter lassen dies bereits jetzt zu. Einer von ihnen ist die Deutsche Telekom: Hier können Kunden zwar die Speedport-Geräte zum Tarif hinzubuchen, sich alternativ aber auch selbst um einen Router kümmern.

Den optimalen Internetzugang finden Sie bei CHECK24 im Anbieter-Vergleich.

(twi)

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