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"Improvement in Telegraphy" - 140 Jahre Telefon-Patent

15.02.2016 - 12:41

Am 14. Februar 1876 hat Alexander Graham Bell ein Patent für seine Weiterentwicklung der Telegraphie eingereicht – und damit die Basis für jegliche Form moderner Telekommunikation geschaffen. Denn Bell hat nicht weniger als das Patent für das Telefon eingereicht, das ihm am 07. März 1876 bestätigt worden ist. Allerdings kann sich Bell die Erfindung des Telefons nicht alleine auf die Fahnen schreiben – vielmehr war es internationale Teamarbeit, die schließlich dazu geführt hat, dass wir heute in Sekundenschnelle Nachrichten über den gesamten Globus schicken können.
 
Nicht weniger als mindestens sechs verschiedene Männer haben von den 1830er Jahren an daran gearbeitet, gesprochene Sprache mittels eines elektrischen Apparates zu übertragen. Dazu gehört zum Beispiel Charles Grafton Page, der 1837 entdeckt hat, dass zwischen den Polen eines unter Strom gesetzten Hufeisenmagnets Töne auftreten, wenn der Stromfluß angeschaltet oder unterbrochen wird. Circa 30 Jahre später konnte Innocenzo Manzetti bereits einen Apparat präsentieren, der Sprache einen halben Kilometer weiter übertragen konnte.
 
Zeitgleich arbeiteten auch sein Landsmann Antonio Meucci sowie der Franzose Charles Bourseul an ähnlichen Apparaturen beziehungsweise Ideen. Beide musste aber auf aufgeben – dem einen fehlte das nötige Kleingeld und der andere musste sich als „Träumer“ oder „harmloser Irrer“ bezeichnen lassen und gab schließlich auf.
 
„Das Pferd frisst keinen Gurkensalat“: Das Telefon als deutsch-amerikanische Co-Produktion
 
Auch hierzulande hat die Idee eines Übertragungsapparats für Innovationsgeist und Erfindungsreichtum gesorgt. Im Oktober 1861 ist es dem Physiker Johann Philipp Reis gelungen, den Satz „Das Pferd frisst keinen Gurkensalat“ über einen von ihm entwickelten Fernsprecher zu übertragen. Diesen Apparat entwickelte Reis kontinuierlich weiter und verkaufte ihn als Demonstrationsobjekt in die ganze Welt. So gelangte das erste Telefon schließlich auch in die Hände des schottischen Sprachtherapeuten Alexander Graham Bell.
 
Der Schotte, der 1870 nach Kanada emigrierte, nahm den Reis’schen Telefonapparat als Grundlage für seine eigene Arbeit und entwickelte ein ähnliches Konstrukt. Als er am 14. Februar 1876 von seinem Anwalt ein Patentantrag einreichen ließ, hatte Bell allerdings mehr Glück als Verstand. Denn zum einen kam er dem Handwerker Elisha Gray, der an diesem Tag das gleiche vorhatte, nur zwei Stunden zuvor. Und zum anderen stellte sich später heraus, dass ein nach Bells Plänen gebauter Apparat nicht funktioniert hätte. Doch es war damals nicht notwendig, mit dem Patentantrag einen Prototyp abzugeben. Am 07. März des gleichen Jahres wurde der Antrag bewilligt. So konnte Bell auf dem Gebiet der Telefonentwicklung schalten und walten wie es ihm beliebte.
 
Von der Bell Telephone Company zur internationalen Telekommunikationskonzernen

Bell gelang es vor allen, aus seinem Patent wirtschaftlich Kapital zu schlagen. Er gründete die Bell Telephone Company, die bis heute unter dem Namen AT&T existiert, und lieferte sich vor zahlreichen Gerichten Patentschlachten mit seinen Konkurrenten wie heutzutage Samsung und Apple. In den folgenden Jahrzehnten setzten unzählige Forscher und Entwickler die Arbeiten von page, Meucci, Reis und Co. fort und haben die Welt dorthin geführt, wo wir heute stehen: Dank des Internets und schneller DSL-Anschlüsse ist Kommunikation schneller und einfacher denn je.

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