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DSL: Deutsche zahlen jährlich 124 Millionen Euro Regionalaufschläge

19.07.2010 - 23:02

Jährlich ca. 124 Millionen Euro* geben die Deutschen zusätzlich zu den DSL-Grundgebühren für sogenannte Regionalaufschläge aus. Jeder zwölfte der 26,5 Haushalte** mit DSL-Anschluss muss den Aufschlag bezahlen. Fünf Euro monatlich summieren sich so deutschlandweit auf 124 Millionen. Dies ergab eine Auswertung des Vergleichsportals CHECK24, das bundesweit über 35.000 Adressen untersuchte.

Regionalaufschläge erheben einige Provider in Regionen, in denen sie über kein eigenes DSL-Netz verfügen, sondern auf die Infrastruktur anderer Telekommunikationsunternehmen zurückgreifen müssen. Ein Teil dieser Kosten (ca. fünf Euro monatlich) wird durch sogenannte Regionalaufschläge an die Kunden weitergegeben.

Vor allem DSL-Nutzer in Mecklenburg-Vorpommern müssen zahlen

Besonders stark betroffen ist Mecklenburg-Vorpommern: Dort müssen 14 Prozent aller Haushalte mit DSL-Anschluss den Aufschlag zusätzlich zu den Grundgebühren entrichten. Grund: Die DSL-Infrastruktur ist dort nicht gut ausgebaut. Auch in Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt liegt der Anteil derer, die zusätzlich zahlen müssen hoch – jeweils bei zwölf Prozent.

Besser ist die DSL-Infrastruktur in den Stadtstaaten: In Hamburg (null Prozent), Bremen (null Prozent) und Berlin (ein Prozent) wird der Aufschlag nur sehr selten erhoben. Auch im dicht bevölkerten Nordrhein-Westfalen sind die DSL-Netze gut ausgebaut: Es ist mit fünf Prozent das Flächenland mit dem geringsten Anteil an Regionalaufschlägen.

Vier Anbieter verlangen von 36 Prozent ihrer Kunden einen Regioaufschlag

Vier der großen Anbieter – 1&1, Alice, Congstar und O2 – bitten einen Teil ihrer Kunden mit Regionalaufschlägen zur Kasse***. Ihre Regioquote (Prozentsatz der Adressen, die den Aufschlag zahlen müssen) liegt im Durchschnitt bei 36 Prozent.

In Mecklenburg-Vorpommern ist die Regioquote bei den vier Anbietern mit 64 Prozent fast doppelt so hoch wie der bundesweite Durchschnitt. In Nordrhein-Westfalen müssen dagegen nur 22 Prozent der Kunden zusätzlich zahlen, in den Stadtstaaten so gut wie niemand.

In Deutschland existieren 26,5 Millionen DSL-Anschlüsse. Die vier großen Anbieter mit Regionalaufschlag haben mit 5,7 Millionen**** Anschlüssen einen Marktanteil von ca. 22 Prozent. 36 Prozent der 5,7 Millionen zahlen tatsächlich den Regionalaufschlag. Damit müssen rund 2,1 Millionen (acht Prozent aller DSL-Kunden) einen Regionalaufschlag von ca. fünf Euro monatlich bezahlen – insgesamt 124 Millionen Euro.

Tipp: Vor Vertragsabschluss über Anbieter und Regionalaufschläge informieren

Die Preise, die die Anbieter in der Werbung nennen, sind in der Regel ohne Regionalaufschläge. Auch auf den Internetseiten werden die möglichen Mehrkosten nur im Kleingedruckten erwähnt.

Deshalb sollten sich Verbraucher vor dem Vertragsabschluss genau informieren, ob sie einen Regionalaufschlag zahlen müssen. Denn ein vermeintlich günstiger Anbieter kann in Regionen mit Regionalaufschlag teurer sein als ein Anbieter mit höherem Grundpreis aber ohne Aufschlag.

CHECK24 zeigt in seiner anbieterübergreifenden Verfügbarkeitsprüfung bisher als einziges Vergleichsportal die tatsächlichen Kosten der DSL Tarife inklusive aller Aufschläge bereits in der Vergleichsübersicht an.

Hinweis: Die komplette Studie zu den Regionalaufschlägen bei DSL Tarifen finden Sie hier.

Aktualisierung: Seit Juli 2010 entfällt für Neukunden von Alice der Regionalaufschlag.

*Zur Berechnung wurden die 36 Prozent der Kunden der vier großen Anbieter mit Regionalaufschlag in Bezug zu den 26,5 Millionen Gesamtanschlüssen gesetzt. Als Kosten für die Regionalaufschläge wurden fünf Euro monatlich angenommen. ** Stand: Dezember 2009, Quelle: Bitcom (www.bitkom.org), inklusive Breitbandanschlüsse über Kabel und Glasfaser. *** Anders Telekom Deutschland: Ihre Kunden erhalten in bestimmten Regionen (v.a. Ballungsgebieten) eine Ermäßigungen auf den regulären Preis. **** Quelle: Zwischen- und Geschäftsberichte der Anbieter, Stand: März 2010, exklusive Congstar. Congstar veröffentlicht keine Kundenzahlen explizit für DSL.

(eko)

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