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Brieftaube vs. DSL Anschluss: Wer macht das Rennen?

20.06.2013 - 21:00

Wer diese Überschrift liest, wird sich vermutlich denken: sicherlich der DSL Anschluss! Dieses Ergebnis jedoch wäre keine Zeile wert. Denn tatsächlich verhält es sich im Feldversuch genau andersherum: eine Brieftaube hat ein 500-Megabyte-Datenpaket schneller von einem Ort zum anderen transportiert als die Übertragung des gleichen Datenpakets über einen DSL-Anschluss mit einer theoretischen Bandbreite von 16.000 Kilobit pro Sekunde (kBit/s) gedauert hat.

Zur Durchführung des Versuchs wurde einer normalen Brieftaube ein Chip mit einem sieben Minuten langen Video an ein Bein gebunden. Dann wurde das Tier auf die circa 40 Kilometer lange Reise von einem Fernsehstudio in Köln Hürth in seinen Heimatort Fritzdorf geschickt. Und nach genau 66 Minuten und fünf Sekunden kam sie inklusive der Speicherkarte dort an.

In Fritzdorf startete wenig später eine Datenübertragung, wie sie jeden Tag zigfach im Internet passiert. Ein DSL- Kunde lud genau die gleiche Datei, die die Taube zuvor überbracht hatte, ins Netz, so dass sie wiederum im Fernsehstudio in Köln Hürth heruntergeladen werden konnte. Doch nach einer Stunde und sechs Minuten war die Übertragung noch nicht abgeschlossen. Eindeutiger hätte das Ergebnis des Versuchs Brieftaube vs. DSL Anschluss im Rahmen der Fernsehsendung sternTV also nicht aussehen können: Brieftaube schlägt DSL Anschluss!

Lahmende DSL Anschlüsse weit verbreitet

Die beiden kleinen Wörtchen bis und zu sind wohl das einzige, was noch zwischen DSL Anbietern und einer riesigen Klagewelle ihrer Kunden steht. Denn wie schon vielfach in verschiedenen Medien berichtet wurde, klaffen Werbebotschaft und Realität bei DSL Anschlüssen besonders weit auseinander. Meist wird mit hohen Bandbreiten von bis zu 16.000, 32.000 oder sogar 50.000 kBit/s geworben. Aber stets mit dem kleinen Zusatz ‚bis zu‘. Doch diese postulierten Werte können selten erreicht werden, da meist viele Kunden sich eine DSL Leitung und die Bandbreite teilen. Das heißt: je mehr User surfen und Daten übertragen, desto langsamer wird die Verbindung.

Gewiss, bei den vielen Anwendungen wie E-Mailversand, Social Networking oder Online-Shopping genügen auch geringere Bandbreiten. Doch es ist und bleibt eine Prinzipienfrage, ob Verbraucher für etwas zahlen sollten, was ihnen nicht geliefert wird beziehungsweise nicht geliefert werden kann.

DSL Speedtest durchführen und Surfgeschwindigkeit ermitteln

Wer den Verdacht hegt, dass auch seine Surfgeschwindigkeit dauerhaft langsamer ist als vertraglich vereinbart, kann sich mit einem kostenlosen DSL Speedtest Gewissheit verschaffen. Ein solcher Test lässt sich kinderleicht vom eigenen Computer aus durchführen. Einfach Anbieter auswählen, die im Vertrag vereinbarte Geschwindigkeit sowie die Ortsvorwahl eingeben und den Speedtest starten. Um ein möglichst exaktes Ergebnis zu erzielen, sollten Verbraucher mehrere Tests zu unterschiedlichen Tageszeiten durchführen.

Liegt der Mittelwert aus den verschiedenen Messungen markant unter der im Vertrag angegebenen Bandbreite, sollten User sich an ihren DSL Anbieter wenden. Wie stern.de berichtet, zeigen sich manche kulant und kommen ihren Kunden preislich entgegen. Lässt der Anbieter nicht mit sich reden, bleibt ihnen immer noch der letzte Ausweg: unter Wahrung der Kündigungsfrist den Vertrag beenden, online DSL Tarife vergleichen, einen neuen bestellen und somit den Anbieter einfach wechseln.

(awa)

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