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Bandbreiten-Turbo: Der Draht zum Glasfasernetz

24.03.2015 - 16:00

Für viele Internet-Experten ist das Glasfasernetz die einzige Möglichkeit, dem stetig steigenden Bandbreitenhunger der digitalen Gesellschaft langfristig Herr zu werden. Viele Anbieter setzen daher auf Glasfasernetze und bewerben diese auch entsprechend. Doch einen direkten Zugang zu den Glasfasernetzen haben nur die Wenigsten. CHECK24 erklärt, welche Ausbau- und Geschwindigkeitsstufen es beim Glasfaser-Ausbau gibt und erklärt, warum der einzig „echte“ Draht zum Glasfasernetz nur ohne (Kupfer-) Draht funktioniert.
 

Hier werden Glasfaserkabel für schnelles Internet verlegt.
Süßigkeiten machen dick, Zigaretten krank und Kupferkabel, tja, Kupferkabel machen das Internet langsam. Anders als über die lichtleitenden Glasfasern werden Daten über Kupferleitungen nämlich regelrecht ausgebremst – Holperpiste statt Datenautobahn!

Die Lösung für alle drei Probleme ist offensichtlich: weg damit! Weg mit dem Zuckerfraß, weg mit den Kippen, weg mit dem ganzen Kupfer. Doch statt die Kupferkabel konsequent durch Glasfaserkabel zu ersetzen, wollen Anbieter wie die Telekom erst mal die DSL-Übertragung optimieren und so das Internet Schritt für Schritt schneller machen.

Ähnlich  wie bei einem Raucher, dem es  nicht so leicht fällt, vom Tabak wegzukommen, können hiesige DSL-Anbieter scheinbar ihre Hände einfach nicht vom Kupfer lassen. Zum Glück gibt’s Hilfsmittel: Das „Nikotinpflaster“ für die Deutsche Telekom heißt dabei: Vectoring.

Und für die nächsten Schritte Richtung flächendeckendes, echtes Glasfaser hat die Telekom auch schon Pläne. Bis es soweit ist, werden allerdings noch einige Jahre ins Land ziehen.

Erst wenn die Drähte glühen …

Der Grundstein für echte Glasfaser-Anschlüsse ist dabei eigentlich schon gelegt: Der Großteil der deutschen Vermittlungsstellen ist bereits heute per Glasfaserkabel mit den grauen Verteilerkästen auf der Straße verbunden. Nur die sogenannte letzte Meile, also die Teilnehmeranschlussleitung (TAL) bis zum Anschluss in der Wohnung besteht häufig ausschließlich aus zweiadrigen Kupferkabeln. Man spricht dann von VDSL – mit dieser Art der Internet-Verbindung können Verbraucher eine Bandbreite von bis zu 50 MBit/s erreichen. Auch wenn es sich hierbei nicht um einen echten Glasfaseranschluss handelt, bewerben manche Anbieter ihre VDSL-Tarife als Glasfaser-Angebot, schließlich reihen sich die Daten hinter der verkehrsberuhigten Zone aus Kupfer direkt in die Glasfaser-Autobahn ein. 
Für die eingangs erwähnten Vectoring-Optimierungen (das „Nikotinpflaster“) werden die Verteilerkästen entsprechend umgerüstet. Die Daten laufen auf der TAL dann zwar immer noch über die Kupferleitung, der Datendurchsatz wächst wegen der dann geringeren Störanfälligkeit aber auf bis zu 100 MBit/s an. Mehr Glasfaser steckt hier aber trotzdem nicht drin, auch wenn es offiziell schon eine Glasfaser-Berzeichnung für VDSL- und Vectoring-Anschlüsse gibt: FTTN steht für „Fiber to the Node“, zu Deutsch bedeutet das so viel wie „Glasfaserkabel bis zum Knoten“, also bis zum Verteilerkasten. Auch beim Supervectoring, mit dem die Telekom die Technik in den Verteilerkästen ab 2017 weiter optimieren und damit Daten mit bis zu 250 MBit/s über die Kupferleitung schießen will, steckt nicht mehr Glasfaser, als in normalen VDSL-Anschlüssen.

… soll Glasfaser ins Spiel kommen

Erst beim daraufhin geplanten G.fast-Standard müssten die Glasfaserkabel noch ein ganzes Stück näher an die Wohnhäuser rücken. Denn um mit dem Standard die vorgesehenen Bandbreiten von bis zu 500 MBit/s erreichen zu können, darf das Kupferkabel höchstens 250 Meter lang sein. Ideal wäre also eine Verlegung des Fiberkabels bis zu kleineren Verteilerpunkten kurz vorm Haus (FTTDB – Fiber to the Distribution Point). G.fast steht bei der Telekom ab 2018 im Terminkalender. Erst danach steht der flächendeckende Ausbau bis ins Haus (FTTB – Fiber to the Basement) oder gar bis in die Wohnung (FTTH – Fiber to the Home) an –zu diesem Schritt hat die Telekom allerdings noch keinen Termin genannt.

Tatsächlich schließt die Telekom auch heute schon vereinzelt Neubauten direkt ans Glasfaser an, auch andere Anbieter, wie etwa M-net und HL komm bauen ihre Glasfasernetz fleißig aus. Ein paar Anbieter in Europa bieten über Glasfaser-Anschlüsse sogar schon Download-Raten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde (GBit/s) an, darunter Swisscom und der Glasfasernetzbetreiber HL komm aus Leipzig. Von flächendeckender Verbreitung kann man hier allerdings nicht ansatzweise sprechen.

Sicher ist: Die flächendeckende Versorgung mit Glasfaseranschlüssen wird kommen. Die Frage ist nur wann.
Traum oder Wirklichkeit: Ist bei Ihnen bereits Glasfaser oder VDSL-Vectoring verfügbar? Oder lohnt sich für Sie der Umstieg auf einen Kabelnetzbetreiber? Um zu prüfen, wie schnell Sie an Ihrem Ort schon heute im Internet surfen können, nutzen Sie den adressgenauen Verfügbarkeits-Check von CHECK24.
(twi)
 

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