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CeBIT 2016: Das Orakel der digitalen Welt

17.03.2016 - 15:00

Seit vergangenem Montag findet in Hannover die weltgrößte Computermesse CeBIT statt – zum 21. Mal treffen sich Unternehmen, Politiker, Visionäre und Besucher, um digitale Zukunftsvisionen zu bestaunen. Im Zentrum des Interesses steht dieses Jahr vor allem eins: das Internet der Dinge und der digitale Wandel. Letzterem hat insbesondere Sigmar Gabriel während der Eröffnungsfeier Rechnung getragen. In zehn Schritten will er Deutschland bis 2025 in eine Gigabit-Gesellschaft verwandeln.

Der Kern des Ganzen, das Rückgrat sozusagen, soll ein Gigabit-Glasfasernetz sein, das bis zum genannten Jahr in der Bundesrepublik verfügbar sein soll: Ein ehernes Ziel, denn der eigentlich zuständige Mann in Berlin, Alexander Dobrindt – seines Zeichens Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur – plant nur bis 2018 und mit lediglich 50 MBit/s im ganzen Land. Gabriel zufolge geht es aber um nicht weniger als die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands, wenn nicht sogar Europas, wie focus.de berichtet. Deshalb dürfe es nicht bei Dobrindts Ziel bleiben, so Gabriel.
 

Gigabit-Gesellschaft: Von der Bundes- zur Digitalrepublik

Industrieverbänden wie dem BDI (Bundesverband der Deutschen Industrie e.V.) redet der Wirtschaftsminister mit seiner „Digitalen Strategie 2025“ nach dem Mund. Von einer hochleistungsfähigen digitalen Infrastruktur sei unser Land noch weit entfernt, hat BDI-Präsident Ulrich Grillo in Hannover festgestellt. Durch den „dramatisch stockenden Ausbau“ der digitalen Infrastruktur sei „Gefahr im Verzug“, es drohe der wirtschaftliche Rückstand Deutschlands.

Die passenden Zahlen dazu liefert indes der Vodafone-Deutschland-Geschäftsführer Hannes Ametsreiter. Hierzulande strömen durchschnittlich elf Megabit pro Sekunde durch die Internetleitungen, in Südkorea zum Beispiel sind es doppelt so viele. Auch Ametsreiter sieht die digitale Zukunft Deutschlands nicht auf metallenen, sondern auf gläsernen Füßen stehen: „Deutschlands digitale Zukunft wird nicht auf dem Kupferdraht entschieden, sondern mit der gigabitschnellen Glasfaser.“
 

Digitale Gegenwart: Gadgets und Geräte wären schon soweit

Während die einen auf der CeBIT die digitale Zukunft noch planen, sind die anderen bereits dort angekommen. Die Liste neuer Gadgets und Geräte, die in den vergangenen Tagen in Hannover der Öffentlichkeit präsentiert wurden, ist schier unendlich. Allein Fritzbox-Hersteller AVM wartet mit sieben neuen Geräte für Deutschland auf. AVM hat dabei an alle möglichen Internet-Anschlüsse gedacht: DSL und Kabel, Glasfaser und LTE.

Mit von der Partie ist auch ein Multi-User-Router, der viele Nutzer parallel mit schnellem Internet versorgen kann. Diese Router-Flut dürfte vor allem deutsche Super-Surfer freuen. Denn ab August sind Verbraucher endlich vom Routerzwang erlöst und können sich die Hardware für ihren Internetzugang selbst aussuchen.

AVM-Konkurrent TP-Link ist bereits in Gabriels Gigabit-Gesellschaft angekommen und präsentiert neben einer Schaltzentrale fürs Heimnetzwerk und eine Smart-Home-Vernetzung einen WLAN-Router, der Datenübertragungsraten von bis zu sieben Gigabit pro Sekunde ermöglichen soll.

Die Stars der CeBIT sind dieses Jahr allerdings die Drohnen – so hat ein Aussteller eigens einen 80 Meter langen, 30 Meter breiten und 5,5 Meter hohen Drohnenparcours errichtet, um Wettkämpfe auszutragen. 40 Drohnensportler finden sich dort ein, um ihre „Copter“, wie die Flugzeuge im Fachjargon heißen, gegeneinander antreten zu lassen.

Das Ganze mutet dabei mehr als futuristisch an: Die Piloten tragen FPV-Brillen (First Person View), um den Flug aus Cockpit-Sicht steuern zu können. Zuschauer können dank eingebauter Kameras den Flug aus Sicht der Drohne verfolgen. Diese Sportart ist zwar noch jung, birgt aber laut zeit.de enormes Potenzial: In Dubai hat ein 15-jähriger Brite jüngst 250.000 US-Dollar bei einem Schau-Wettkampf eingeheimst.

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