0800 - 24 24 123 Hilfe und Kontakt
Telefonische Expertenberatung
Sie sind hier:
  • »
  • »
  • » Breitband: Bundesnetzagentur will Markt für Verbraucher transparenter machen

Breitband: Bundesnetzagentur will Markt für Verbraucher transparenter machen

13.08.2014 - 09:28

Seit die Novelle des Telekommunikationsgesetzes im Mai 2012 erlassen wurde, arbeitet die Bundesnetzagentur daran, das undurchsichtige DSL- und Breitband-Dickicht für Verbraucher transparenter zu machen. Der Weg zu diesem Ziel soll eine Transparenzverordnung sein, die von der Bonner Behörde im April 2014 vorgestellt wurde und im Herbst dieses Jahres vom Bundestag verabschiedet werden soll.

Diese Transparenzverordnung klingt in erster Linie nach konsequenten Verbesserungen für Verbraucher und beinhaltet im Wesentlichen vier Punkte:

  • Rechtsanspruch auf Informationen zur tatsächlichen Bandbreite eines DSL-, Kabel- oder Mobilfunkanschlusses
  • Produktinformationsblatt mit allen wesentlichen Vertrags-Bestandteilen
  • Freie Routerwahl für den Internetanschluss
  • Abdruck des aktuellen Endes der Mindestvertragslaufzeit auf der monatlichen Rechnung
Als vorbereitende Maßnahme hatte die Bundesnetzagentur die Vertragsinhalte und angebotenen Transparenzmaßnahmen von rund 30 Internetanbietern untersucht. Und ist dabei zu Erkenntnissen gelangt, die geradezu nach einem Einschreiten der Behörde zu Gunsten von Verbrauchern schreien.

Realistische Angaben zur tatsächlichen Bandbreite – Fehlanzeige!

Ein Thema, das viele Breitbandkunden immer wieder ärgert: Highspeed in der Werbung, Schneckentempo in der Realität. Die Untersuchungen der Bundesnetzagentur haben bestätigt, dass viele Provider keine verlässlichen Angaben zur tatsächlich verfügbaren Surfgeschwindigkeit machen – vor allem nicht vor Vertragsabschluss. Auch die Informationen, wie viel langsamer die tatsächliche Anschlussgeschwindigkeit im Vergleich zur beworbenen Bandbreite sein würde, konnte keiner der untersuchten Provider nennen. Zwar bieten die meisten ihren Kunden Speedtests nach Vertragsabschluss an. Doch kaum ein Anbieter misst selbstständig nach, die Initiative dazu geht in beinahe allen Fällen vom Kunden aus.

Allerdings muss den Anbietern zu Gute gehalten werden, dass sie Kunden entgegen kommen, wenn die vertraglich vereinbarte Bandbreite nicht erreicht wird. In den meisten Fällen bieten sie ein Sonderkündigungsrecht oder den Wechsel in einen günstigeren DSL-Tarif an, der eher der tatsächlich verfügbaren Bandbreite entspricht. Aber – diese Maßnahmen werden nicht transparent dargestellt. Zudem handele es sich in rechtlicher Hinsicht nur um ein eingeschränkt belastbares Instrument, so die Bundesnetzagentur in ihrer Bestandsaufnahme. Vor allem, so die Behörde weiter, wenn im Endkundevertrag ein weiter Bandbreitenkorridor zwischen minimal und maximal verfügbarer Downloadgeschwindigkeit angegeben wurde – was die Regel sei.

Handlungsbedarf erkannt – Diskussion im Gange

Die Bundesnetzagentur hatte damit erkannt, dass massiver Handlungsbedarf hin zu mehr Transparenz für Verbraucher besteht und einen Entwurf einer Transparenz-Verordnung vorgelegt. Zuletzt hat der Präsident der Behörde, Jochen Homann, im Gespräch mit der Zeitung Rheinische Post angekündigt, im Sommer noch einen endgültigen Entwurf vorzulegen, so dass im Herbst noch eine Entscheidung gefällt werden kann.

(awa)

Weitere Artikel: