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Was bedeutet eigentlich…die Angabe "bis zu" bei DSL Verträgen?

04.11.2016 - 12:37

In vielen Internetforen findet sich immer wieder die gleiche Beschwerde: Ich habe einen Internetanschluss mit soundso vielen MBit/s bestellt, bekomme aber viel weniger Geschwindigkeit - wieso? Natürlich - es kann an alten Geräten liegen oder vielen Usern, die zeitgleich Daten saugen. Aber viel häufiger liegt es an einem winzigen Detail, das viele Verbraucher leider überlesen: der Angabe "bis zu" bei Internetanschlüssen.

Diese beiden kleinen Worte finden sich bei so gut wie jedem Tarif – Ausnahmen sind absolute Raritäten. Internetanbieter können die Geschwindigkeit eines Anschlusses aus technischen Gründen kaum garantieren. Deshalb nennen sie die Geschwindigkeiten, die für viele Verbraucher neben dem Preis ein wichtiges Entscheidungskriterium ist, immer mit der Angabe „bis zu“. Das bedeutet, dass höchstens die am Tarif genannte Geschwindigkeit oder Bandbreite erreicht werden kann – und nicht unbedingt erreicht wird.

Verwenden Provider nicht die Angabe „bis zu“, ist meistens von „maximal“ die Rede. Das bedeutet allerdings haargenau das gleiche. Wird ein Tarif mit einer Maximalgeschwindigkeit von 200 MBit/s beworben, dann könnten User diese Bandbreite theoretisch nutzen – in den meisten Fällen steht aber weniger zur Verfügung.

Häufig liegt die Ursache dafür in der Übertragungstechnik. Neben der Leitungsbeschaffenheit, also zum Beispiel die Abschirmung, kann auch die Länge des Kupferkabels die Übertragungsgeschwindigkeit verringern. Zudem teilen sich beispielsweise beim Internet übers Kabelnetz viele Nutzer eine Leitung, wodurch bei hoher Auslastung die Geschwindigkeit sinken kann – ähnlich wie auf einer Autobahn, wo viel Autos für Staus oder stockenden Verkehr sorgen.

„Bis zu“ rechtfertigt nicht dauerhaft zu niedrige Bandbreite


Allerdings zeigt ein Fall aus dem Jahr 2015, dass die Angabe „bis zu“ kein Freifahrtschein für Internetanbieter ist. Ein Kunde ist vor Gericht gezogen, um klären zu lassen, ob es rechtens ist, dass er anstatt der bestellten bis zu 18 MBit/s dauerhaft nur 5,4 bis 7,2 MBit/s erhält. Die Richter entschieden laut Teltarif.de zugunsten des Klägers und stellten fest, dass in diesem Fall eine außerordentliche Kündigung zulässig war.

Der Anbieter müsse seinem Kunden zwar nicht ständig die im Vertrag genannte Bandbreite zur Verfügung stellen. Sie müsse jedoch mindestens zeitweilig im zweistelligen Bereich liegen. Bevor der Kunden vor Gericht gezogen ist, hatte er regelmäßig Speedtests durchgeführt und die Resultate dokumentiert. Außerdem habe er diese Ergebnisse dem Internetanbieter mitgeteilt. Der Provider hatte daraufhin bestätigt, dass „keine höhere Bandbreite als Ihr gemessener Wert möglich ist“. Da die Ursache für die niedrige Bandbreite vom Provider zu verantworten war, stellte das Gericht fest, dass der Kunde eine um 60 bis 70 Prozent niedrigere Bandbreite nicht akzeptieren müsse.

Anbieterwechsel: Tarife vergleichen und auf Details achten

Wer mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hat, sollte also auch auf jeden Fall exakt prüfen und dokumentieren, wie schnell sein Internetanschluss ist und sich an den Provider wenden. Meist lassen sich diese Schwierigkeiten auch ohne den Gang vor Gericht aus der Welt schaffen.

Auf jeden Fall sollen Kunden dann bei einem Anbieterwechsel darauf achten, eine DSL Verfügbarkeitsprüfung durchzuführen und DSL Tarife zu vergleichen. Mit etwas Vorbereitung vor einem DSL Anbieterwechsel können unliebsame Überraschungen später vermieden werden.
 

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