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Amazon Echo: Das Wohnzimmer spricht

12.02.2015 - 17:00

Amazon arbeitet an einem kleinen smarten Wohnzimmer-Lautsprecher, der mit dem Nutzer auf intelligente Weise sprechen und ihm im Alltag helfen soll. Ein tolles Konzept, das ersten Tests zufolge allerdings noch nicht ganz aufgeht. Ein Blick in die vernetzte Zukunft ist Amazon Echo trotzdem.

Das Gerät ist kompakt und unauffällig. (Bild: Amazon)
Siri, Cortana und Google Now – alle großen mobilen Betriebssysteme haben ihre eigene Spracherkennungssoftware, die manchmal mehr, manchmal weniger gut mit dem Handynutzer kommuniziert. Der Online-Versandhändler Amazon hat mit Alexa nun seine ganz eigene Sprach-Software entwickelt, die in den USA bereits „auf Einladung“ für rund 100 US-Dollar (etwa 87 Euro) erhältlich ist. Der Clou: Alexa steckt nicht im Smartphone, sondern soll in einem kegelförmigen Lautsprecher namens Echo im Wohnzimmer die Familien-Assistentin mimen.

Fragt man Alexa beispielsweise nach den Fußballergebnissen vom Wochenende, dem Wetter oder nach einem Kochrezept, soll das Gerät prompt die passende Antwort liefern – der Bordcomputer vom Raumschiff Enterprise lässt grüßen.

Selbst für einfachen Smalltalk und als Musikplayer soll Echo taugen. Amazon verspricht interessante und teilweise (eigen-) nützliche Funktionen, die in ersten ausführlichen Test, etwa des US-Magazins The Verge und des Wall Street Journals, aber noch nicht so richtig funktionierten.

Dein Wunsch ist mir Befehl

Die empfindlichen Mikrofone im Gehäuse sollen Sprachbefehle auch von der anderen Seite des Raumes aus verstehen können, auch wenn der Fernseher läuft. Echo soll man also ohne Einschränkungen überall platzieren können. Das Gerät springt an, sobald man es mit „Alexa“ oder, falls eine echte Alexa im Haus wohnt, mit „Amazon“ anspricht. Daraufhin folgt etwa die Bitte, Musik oder einen Radiosender abzuspielen. Das funktioniert den Testern zufolge ganz gut, auch wenn der Lautsprecher freilich nicht mit teuren Sound-Anlagen mithalten kann. Das Entertainment-Programm umfasst derzeit nicht nur den Zugriff aufs hauseigene Amazon-Musikangebot, sondern unterstützt auch iTunes, Spotify und Pandora Radio. Genau wie beim Fire TV gibt sich Amazon also auch beim Echo offen für Programme anderer Hersteller.

Fragen soll Alexa auch interpretieren können. Wenn man also danach fragt, was man anziehen soll, soll das Programm den Zusammenhang mit dem Wetter erkennen und entsprechend darauf reagieren. Außerdem verrät Alexa die Zeit in anderen Zeitzonen, erzählt von den Nachrichten des Tages oder setzt einen Timer, etwa als Ersatz für den Küchenwecker. Die ersten Tests berichten allerdings übereinstimmend, dass die Software komplexere Sprachbefehle oftmals nicht versteht. Die Akustik sei dem Wall Street Journal zufolge nicht das Problem, vielmehr sei das Verständnis der Frage oder der Fragestellung der Knackpunkt. Hier müsse Amazon Echo noch viel dazulernen, heißt es.

Der Tester der Wall Street Journals macht dann auch den direkten Vergleich mit Siri (Apple), Cortana (Microsoft) und Google Now: Er stellt den vier Sprachcomputern jeweils drei identische Fragen (Suche nach einem Schauspieler, Mozarts letzter Symphonie und der Nummer 98 im Periodensystem) und verteilt den korrekten Antworten der Systeme entsprechend Punkte. Alexa kommt in diesem Vergleich gar nicht gut weg und erreicht mit nur fünf Punkten den letzten Platz hinter Google Now und Cortana (je 16 Punkte) und Siri (17 Punkte) – Nachholbedarf!

Alexa ist „always on“

Mit einfachen Fragen wie „Alexa, wie viele Einwohner hat New York City?“ hat die Software keine Probleme. Die Informationen holt sich Echo aus dem Internet – im Falle der Einwohner-Frage etwa von Wikipedia. Die Verbindung zu den Amazon-Servern besteht permanent, alle Sprachbefehle werden dorthin übermittelt und dann verarbeitet. Alexa hört ständig zu. Auch wenn dies nur passiv passiert und die Software erst per Codewort aus dem Halbschlaf geweckt werden muss, ist Datenschützern das sogenannte „always on“, also die ständige Verbindung zu den Amazon-Servern, ein Dorn im Auge. Schließlich könnte das Unternehmen oder gar Dritte theoretisch jederzeit mithören.

In den FAQs zum Gerät heißt es auf der Homepage von Amazon, dass Echo blau leuchtet, sobald es Sprachbefehle aufzeichnet und an die Computer des Unternehmens schickt. Außerdem soll es möglich sein, das Mikrofon von Echo per Knopfdruck komplett auszuschalten - das Gehäuse leuchtet dann rot.

Großes Potential

Auch wenn The Verge und das Wall Street Journal Amazon Echo Luft nach oben attestieren: Ein Blick in die Zukunft lässt das Gerät bereits zu. Sollten die versprochenen Funktionen mal ohne Probleme laufen, so könnte Amazon Echo das noch fehlende Sprach-Bindeglied zwischen all den smarten Heimanwendungen („Alexa, schalt mal auf ZDF.“) oder sogar eines ganzen Smart-Homes („Schließe die Rollläden, mach das Licht an, erhöhe die Zimmertermeratur auf 21 Grad!“) werden. Scotty jedenfalls würde Alexa genau darauf trimmen. Im jetzigen Zustand ist das Gerät allerdings nicht mehr als eine Siri in der Lautsprecher-Dose.

Amazon Echo ist derzeit nur „auf Einladung“ und ausschließlich in den USA erhältlich. Das Gerät kostet 200 US-Dollar (ca. 175 Euro) beziehungsweise 100 Dollar (ca. 87 Euro) für Prime-Mitglieder. Ab wann Echo auch in Deutschland verkauft werden soll, ist noch nicht bekannt.

Voraussetzung für Smart-Geräte wie das Amazon Echo und Smart-Homes ist eine stabile und möglichst schnelle Anbindung ans Internet. Über den Anbieter-Vergleich von CHECK24 finden Sie für sich den günstigsten DSL-Anbieter.

(twi)

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