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Google forscht: Künftig Rechenschieber statt Passwort

02.06.2015 - 16:33

Der Suchmaschinenriese Google arbeitet an einer Technik, die Passwörter in Zukunft überflüssig machen könnte. Smartphones sollen ihre Nutzer in Zukunft am Verhalten erkennen und damit Dritte aussperren können.
 

Erkennt Abacus den Nutzer nicht, wird der Zugang verweigert.
Internet-Accounts sind heutzutage beinahe ausnahmslos mit Passwörtern gesichert. Mindestens zehn Zeichen lang. Mit Zahlen, Groß- und Kleinbuchstaben sowie Sonderzeichen. Regelmäßiges Wechseln soll vor Datenklau schützen. Das kann einem schon mal Kopfschmerzen bereiten.

Die Tablette dagegen könnte bald von Google kommen – in Form einer neuartigen Nutzerauthentifizierung. Projekt Abacus – zu deutsch: Rechenschieber – soll den Nutzer anhand seines Verhaltens erkennen können. Also etwa am Tippen oder daran, welche Apps er häufig nutzt. Zusammen mit 33 Universitäten tüftelt der Suchmaschinenriese derzeit an dem System, das Passwörter schon bald ablösen könnte.

Abacus als Türsteher

Um seinen Nutzer zuverlässig erkennen zu können, studiert Abacus das Verhalten und speichert bestimmte Verhaltensmuster ab. Bei jedem Zugriff auf das Smartphone errechnet das System dann einen Basisscore, also eine Art Wahrscheinlichkeit, dass derjenige, der das Smartphone gerade in Händen hält, auch sein Besitzer ist. Fällt die Punktzahl unter einen bestimmten Wert, verwehrt die Software den Zugriff auf diverse Grundfunktionen, allem voran aber auf Apps, die persönliche Daten beinhalten.

Das würde etwa verhindern, dass Dritte auf die Daten eines gestohlenen Smartphones zugreifen können oder Freunde mit dem Facebook-Profil Schabernack treiben.

Zugangskontrollen kombiniert

Der Kontrollmechanismus ergänzt die genannte Nutzererkennung via Verhaltensanalyse durch eine Stimm- und Gesichtserkennung. Eine erste Vorstellung des Systems auf der Entwicklerveranstaltung Google I/O 2015 verlief positiv: Das System konnte zwei Nutzer auseinanderhalten.

Nur wenn der Nutzer sich auf einmal anders verhält und der berechnete Score den Zugriff auf benötigte Apps verweigert könnte Google wieder auf das gute alte Passwort zurückgreifen. Eine interessante Möglichkeit vor ungebetenen Mitlesern dürfte Abacus aber allemal werden, wenn es denn nach erfolgreicher Entwicklungsphase veröffentlicht wird.

(twi)

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