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30 Jahre Windows

16.11.2015 - 17:00

Mit zunehmendem Alter immer besser auszusehen, das schafft nicht jeder. Microsofts Betriebssystem schon. Es wird erwachsene 30 Jahre alt, schaut aber frischer aus denn je. Mit einem Rückblick lassen wir Windows hochleben.

 

Bill Gates stellt Windows 3.0 vor. (Bild: Microsoft)

Das erfolgreichste Betriebssystem der Welt wird 30 – eine Geschichte voller Evolutionen und kleinen Revolutionen, vielen Höhen, aber auch Tiefen. Wir werfen einen Blick zurück auf die Anfänge der grafischen Oberfläche.

DOS sei Dank

  Bevor Microsoft die Fenster zum Leben erweckte, hatte das Unternehmen bereits ein textbasiertes Betriebssystem am Start: das Microsoft Disk Operating System, kurz MS DOS. Das wurde ursprünglich mal für den Intel-Prozessor 8086 entworfen, entwickelte sich aber zum Standard für Einzelplatzrechner.

 
Die erste Windows-Version von 1985. (Bild: Microsoft)
1983 kündigte Microsoft dann das erste eigene Betriebssystem mit grafischer Oberfläche an. Statt mit Textbefehlen sollen PC-Nutzer mithilfe der zunächst noch „Interface Manager“ genannten Software per Maus durch verschiedene Fenster navigieren können.

  Auf den Markt kommt das System nach einigen Verzögerungen am 20. November 1985 – unter dem Namen Windows. Der Preis: 99 US-Dollar. Microsoft-Mitbegründer Bill Gates dazu: „Hierbei handelt es sich um einzigartige Software für den seriösen PC-Benutzer.“

Von Erfolg gekrönt war die Erstausgabe allerdings nicht, allem voran, weil dem Betriebssystem die Anwendungen fehlten. Auch aus dem ein Jahr später veröffentlichte Windows 2.0 wurde trotz der Verfügbarkeit von Word und Excel keine Cash-Cow.

  Das erste Betriebssystem mit grafischer Benutzeroberfläche war Windows nicht: Schon 1983 brachte Apple mit Lisa einen Computer auf den Markt, der sich mit einer Maus bedienen ließ. Die gefloppte Lisa war Wegbereiter für den wiederum sehr erfolgreichen ersten Macintosh – auch der kam mit grafischem Betriebssystem daher, gut ein Jahr bevor Microsoft Windows 1.0 veröffentlichte.

Der große Unterschied zwischen dem später MacOS getauften Apple-Betriebssystem und Windows war, dass Apple seine Software an die eigene Hardware koppelte – Microsoft hingegen öffnete sein OS für alle PCs und war damit langfristig erfolgreicher.

Fensterln kommt in Mode

1990 veröffentlichte Microsoft die dritte Version seines Betriebssystems, mit kompletter Überarbeitung der Oberfläche. Die erste wirklich erfolgreiche Version war aber Windows 3.1, das erstmals als Update zu einem älteren System erhältlich war.

Windows 3.1 lief stabiler als sein Vorgänger und unterstützte das Abspielen von Multimediadateien. In den ersten zwei Monaten verkaufte Microsoft etwa drei Millionen Windows-Lizenzen.

Dass Windows 3.1 hier und da auch heute noch zum Einsatz kommt, zeigt ein Beispiel vom Pariser Flughafen: Dort soll es am 7. November 2015 laut einem Berichte der Zeitung Le Monde zu Ausfällen und Verzögerungen gekommen sein, weil es Probleme mit dem System für Wetterdaten gegeben haben soll - das System läuft seit 23 Jahren unter Windows 3.1.
 
So sieht Windows in seiner dritten Version aus. (Bild: Microsoft)

Fenster zum Internet

Mit Windows 3.11 for Workgroups (1993/1994) hielt dann auch erstmals die Internetfähigkeit in einem Windows-System Einzug: Mit Hilfe eines Modems und eines Internet Browsers (z.B. Internet Explorer, Opera oder Netscape Navigator) konnten Nutzer ins Worldwide Web eintauchen.

Vom Bluescreen zum stabilen Betriebssystem

Mit Windows 95 läutete Microsoft eine neue Windows-Ära ein. (Bild: Microsoft)
Wo alle Windows-Versionen bislang noch sehr offensichtlich auf MS DOS basierten, versuchte Microsoft, das Text-OS in Windows 95 (1995) so gut wie möglich zu verstecken. Tatsächlich basierte aber auch Windows 95 darauf.

Erstmals unterstützten die Systeme USB-Anschlüsse und Festplatten mit über zwei Gigabyte Speicherkapazität.

Als Weiterentwicklung zu Windows 95 bastelte Microsoft an Windows 98 (1998), das mit dem Internet Explorer 4 und mehr Multimediaunterstützung aufwartete.

Das 2000 erschienene Windows Me (Millenium Edition) führte die Systemwiederherstellung ein. Nutzern war es von da an möglich, das Betriebssystem auf den Stand eines beliebigen zurückliegenden Datums zurückzusetzen.

Adios DOS

Mit der NT-Reihe hat Microsoft schon in den 90ern parallel zu anderen Windows-Versionen eine Betriebssystem-Reihe in petto, die auf DOS komplett verzichtet, diese waren in erster Linie als Business-Betriebssysteme gedacht. Mit Windows 2000, dem Nachfolger von Windows NT 4.0, kam dann das erste, auch für den normalen PC-Nutzer optimierte NT-Windows heraus.

Im Oktober 2001 brachte Microsoft dann Windows XP auf den Markt, das ebenfalls auf Windows NT basierte. Den Support für das auch heute noch verbreitete Betriebssystem stellte Microsoft im April 2014 ein.

Vista, Sieben, Acht

 
In Windows 7 tut Microsoft einiges fürs optische Erscheinungsbild. (Bild: Microsoft)
Beim 2007 veröffentlichten Windows Vista tat Microsoft viel für die Optik der Betriebssystems: Dank der Aero-Oberfläche werfen Fenster Schatten und sind auf Wunsch halbtransparent. Das Feature frisst entsprechend Hardware-Ressourcen. Das war auch einer der Kritikpunkte am Betriebssystem.

Mit Windows 7 schraubte Microsoft weiter an Funktionsumfang und Optik. So lassen sich seit Windows 7 etwa Programme auf der erhöhten Taskleiste ablegen.

Eine gänzlich neue grafische Oberfläche führte Microsoft bei Windows 8 ein: Die „Modern UI“ erinnert an die bereits von den mobilen Windows-Ablegern bekannte Kacheloptik. Weil die in erster Linie auf eine Touch-Bedienung ausgelegt war, die aber unter Desktop-PCs kaum verbreitet war, wurde die Metro-Optik von den Nutzern stark kritisiert. Mit einem größeren Update auf Windows 8.1 (2013) konnten Nutzer den Computer auf Wunsch dann wieder direkt mit der gewohnten Start-Schaltfläche booten.

Windows auf anderen Plattformen


Über die Jahre hat Microsoft auch Windows-Systeme für allerhand Geräte etabliert, etwa NT-basierte OS für Server oder ein ARM-System für Tablets. Interessant ist auch die CE-Linie, die in erster Linie für mobile Geräte wie Pocket PCs, Smartphones und PDAs konzipiert wurde.

Als Alternativsystem hat der damalige Videospielkonsolenhersteller Sega eine optimierte Version von Windows CE aber auch auf der Konsole Dreamcast unterstützt – Spieleentwicklern sollte so die Umsetzung von PC-Spielen auf die Konsole besonders einfach gelingen.

Auch Windows Mobile und das auf NT basierende Windows Phone 8 gehören zu den parallel entwickelten Linien.

Windows für alle


Mit Windows 10 (2015) verfolgt Microsoft nun einen anderen Ansatz: Das Betriebssystem soll eigenen Angaben zufolge das letzte Betriebssystem des Konzerns sein und mithilfe von Updates auf dem neuesten Stand gehalten werden. Außerdem veröffentlichte Microsoft Windows 10 für alle Plattformen – neben Desktop-PCs laufen auch Tablets, Smartphones und sogar die Spielekonsole Xbox One mit dem neuen Betriebssystem. Der Vorteil für Software-Entwickler: Universal-Apps laufen auf allen Plattformen gleichermaßen. Das könnte vor allem für das immer noch nicht sehr weit verbreitete Mobil-Windows einen Aufschwung bedeuten.

Desktop-Computer, die mit Windows 7 oder einer neueren Version laufen, werden unter vorgegebenen Hardwarevoraussetzungen automatisch auf Windows 10 aktualisiert, ebenso mobile Geräte, die gewisse Anforderungen erfüllen.
 
Windows 10 gibt's nicht nur für Desktop-Geräte, sondern auch für Smartphones, Tablets, Spielekonsolen und mehr. (Bild: Microsoft)


Eine Neuerung von Windows 10 ist die Sprachassistentin Cortana, die Windows-Phone-Nutzer bereits kennen. Außerdem schaltet das System durch die Continuum-Funktion nun automatisch in einen Modus mit Touch-Oberfläche, sobald Maus und Tastatur nicht angeschlossen sind.

Continuum sorgt auch dafür, dass neue Smartphones bei entsprechender Kompatibilität als vollwertige PCs genutzt werden können: Mit Hilfe eines Display Docks können etwa die Modelle Lumia 950 und 950 XL an einen Bildschirm, sowie an Maus und Tastatur angeschlossen werden. Das Smartphone erkennt den Bildschirm und gibt ein beinahe voll funktionsfähiges Windows-Desktopsystem aus.


Microsoft ist wieder cool


Mit der Holo-Lens, einer Datenbrille, die den Träger in eine Augmented-Reality-Umgebung versetzt, also in die reale Umwelt digitale Objekte einfügt, machte Microsoft in den hiesigen Technik- und Gadget-Blogs und Zeitschriften von sich reden. Die mit Windows 10 ausgestattete Brille soll 2016 auf den Markt kommen und wurde auf Messen und Branchentreffen bereits mehrmals vorgeführt.

Auch die Verabschiedung vom trägen Internet Explorer ist sinnbildlich für den Wandel des Unternehmens und des Betriebssystems hin zu einem schlanken, schnellen und nutzerfreundlichen Produkt.

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