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Windows 3.1 - Microsofts kommerzieller Durchbruch

01.03.2016 - 10:34

Am 1. März 1992 wurde die Windows-Version 3.1 veröffentlicht – und 23 Jahre später macht die Benutzeroberfläche noch Schlagzeilen. Nämlich als ein Computer, auf dem dieses System noch lief, im November 2015 den Pariser Flughafen Orly außer Gefecht gesetzt hat. Tausende Passagiere saßen fest, da der Rechner keine Wetterdaten mehr an Piloten startender Maschinen senden konnte. Alle Abflüge wurden infolgedessen eingestellt.

Obwohl Windows 3.1 kein eigenständiges Betriebssystem war, da man für seinen Betrieb immer noch DOS benötigte, hat es für Microsoft den gewünschten Erfolg gebracht. Als grafische Benutzeroberfläche hat es Usern vielfältige Neuerungen beschert, die zum Teil bis heute bestehen und verwendet werden.
 

Multimedia, Drag and Drop und neue Schriften

Dazu gehören beispielsweise die „Drag and Drop“-Funktion oder TrueType-Schriftarten wie Arial, Courier, Systems oder Times New Roman, die heute durchaus noch geläufig sind. Erstmals war es möglich, Schriften beliebig zu vergrößern und brauchbar auszudrucken. Darüber hinaus war Windows 3.1 mit einer standardmäßigen Multimedia-Unterstützung wie etwa einem Klangrecorder oder einer Medienwiedergabe sowie einer Farbtiefe von 32 Bit ausgestattet. Auch an der Stabilität des Programms hatte Microsoft nachgebessert.

Rundum waren es viele Faktoren, die zum Erfolg von Windows 3.1 beigetragen haben. Der ausschlaggebende dürfte allerdings gewesen sein, dass diese Benutzeroberfläche erstmals reihenweise auf Computern vorinstalliert war und so direkt in die Hände von Nutzern gelangte. Wer sich das Programm unabhängig von einem neuen PC zulegen wollte, musste damals zwischen 229 und 399 DM hinblättern – also zwischen 117 und 204 Euro.

Insgesamt gingen laut winhistory.de in den ersten beiden Monaten nach Markteinführung rund drei Millionen Exemplare der Benutzeroberfläche über die Ladentische. Und der Erfolg hielt an: 1995 sollen über 33 Millionen Exemplare verkauft worden sein und sogar 1997 lief Windows 3.1 mit rund fünf Millionen verkaufter Lizenzen noch wie geschnitten Brot. Den Support für die Benutzeroberfläche hat Microsoft schließlich 2001 eingestellt.
 

Auszeit gefällig? Minesweeper und Solitaire waren der Hit

Wer im Büro eine kleine Auszeit brauchte, der war den Microsoft-Entwicklern für zwei kleine Details in Windows 3.1 zutiefst dankbar: Solitaire, das bereits mit der 3.0er Version angeboten worden war, und das brandneue Minesweeper. Mit Sicherheit wurden weltweit unzählige Arbeitsstunden mit diesen beiden Spielen verdaddelt – laut einem Bericht von pcwelt.de wurde Microsoft sogar einst vorgeworfen, dass Solitaire mehr produktive Arbeitsstunden verschlinge als jede andere PC-Anwendung.

Auch nach über 30 Jahren Windows-Geschichte und 24 Jahre nach dem ersten Erscheinen von Windows 3.1 mit Minesweeper auf Computern weltweit, wird es nun so manchem User sicherlich in den Fingern jucken. Doch leider sind diese beiden Evergreens auf vielen aktuellen Windows-Versionen nicht mehr standardmäßig vorinstalliert. Doch schnellen Internetanschlüssen und modernen Browsergames sei Dank: Im Internet findet sich so gut wie jede Perle aus vergangener Zeit. Und der Chef wird sicherlich auch ein Auge für eine schnelle Runde zudrücken ;-)

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