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Sozialgericht erkennt Knieschäden nicht als Berufskrankheit an

13.01.2014 - 15:17

Nachdem einem Fliesenleger die Anerkennung seines Meniskus- und Knorpelschadens als Berufskrankheit verweigert wurde, verklagte er die zuständige Berufsgenossenschaft vor dem Sozialgericht Karlsruhe. Für die Anerkennung einer Berufskrankheit müssen sowohl bestimmte arbeitszeittechnische als auch medizinische Bedingungen erfüllt sein. Da im vorliegenden Fall beide Knieschäden die entsprechenden Voraussetzungen nicht erfüllten, wiesen die Sozialrichter die Klage am 12. Dezember 2013 ab.

Bereits seit dem Jahr 2000 plagten den gelernten Fliesenleger Knorpel- und Meniskusschäden im rechten Knie. Wegen der Knieprobleme stellte der inzwischen selbstständige Unternehmer im Januar 2008 die praktische Arbeit ein und ließ sich mehrfach am linken Kniegelenk operieren. Infolgedessen beantragte er bei der zuständigen Berufsgenossenschaft die Anerkennung seiner Kniegelenkarthrose und des Meniskusschadens im linken Knie als Berufskrankheit.

Damit ein Meniskusschaden als Berufskrankheit anerkannt wird, muss die meniskusbelastende Tätigkeit mindestens ein Drittel der täglichen Arbeitszeit ausmachen. Da der Zeitanteil im vorliegenden Fall jedoch bei nur rund 20 Prozent lag, sind laut dem Urteil die arbeitszeittechnischen Voraussetzungen für einen berufsbedingten Meniskusschaden nicht erfüllt. Die Arthrose wiederum erfüllte die medizinischen Voraussetzungen nicht. Wäre der Fliesenleger auf die staatlichen Leistungen angewiesen, würde er mit leeren Händen dastehen.

Gesetzlicher Schutz bei Berufskrankheiten

Eine Krankheit gilt nur dann als Berufskrankheit, wenn die Krankheitsursache in der beruflichen Tätigkeit des Erkrankten liegt. Berufsbedingte Krankheiten sind in der Berufskrankheiten-Verordnung  aufgeführt.  Damit eine Krankheit als Berufskrankheit anerkannt wird, müssen ganz bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Nur dann wird sie wie ein Arbeitsunfall behandelt. Wer länger als 26 Wochen berufsbedingt erkrankt ist und dadurch mindestens 20 Prozent seiner Erwerbsfähigkeit eingebüßt hat, hat einen Anspruch auf eine Verletztenrente.

Die Höhe der Rentenzahlung ist abhängig vom Grad der Minderung der Erwerbsfähigkeit sowie der Höhe des Gehalts vor dem Versicherungsfall. Bei einem vollständigen Verlust der Erwerbsfähigkeit, erhält der Versicherte zwei Drittel vom Jahresarbeitsverdienst, welches er in den zwölf Monaten zuvor bezogen hat (Vollrente). In Einzelfällen können Krankheiten, die nicht gelistet, jedoch auf berufliche Tätigkeiten zurückzuführen sind, wie eine Berufskrankheit anerkannt werden. Dazu müssen allerdings neue wissenschaftliche Erkenntnisse vorliegen, dass eine bestimmte Berufsgruppe in erheblich höherem Maße als die restliche Bevölkerung durch ihre Arbeit besonders schädigenden Wirkungen ausgesetzt ist.

Wichtig: Um sich finanziell gegen eine unfall- oder krankheitsbedingte Berufsunfähigkeit abzusichern, raten Experten zum Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung (BU).

Berufsunfähigkeit privat absichern

Die Berufsunfähigkeitsrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung wurde zum 31. Dezember 2000 vom Gesetzgeber durch die komplizierte und sehr geringe Erwerbsminderungsrente ersetzt. Wer also seine Arbeitskraft beziehungsweise einen Verdienstausfall langfristig absichern möchte, muss eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen.

Für den Leistungsanspruch ist es irrelevant, ob die Berufsunfähigkeit des Versicherten durch eine Erkrankung oder einen Unfall während der Arbeits- oder Freizeit zustande kommt. In der Regel zahlt die Assekuranz ab einem Invaliditätsgrad von 50 Prozent die vereinbarte BU-Rente – und zwar  lebenslänglich. Die Höhe der Rente kann vom Versicherungsnehmer selbst bestimmt werden. Es gilt die Faustregel: Je jünger der Versicherte, desto geringer der Beitrag.

Tipp: Wer den gesetzlichen Unfallschutz erweitern möchte, kann auch eine private Unfallversicherung abschließen.

(mtr)

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