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Studie: So gestresst leben die Deutschen

04.11.2013 - 16:08

Fast jeder sechste Deutsche hält sein Leben im Allgemeinen für stressig – jeder Fünfte sieht sich selbst sogar Dauerstress ausgesetzt. Das geht aus einer aktuellen Forsa-Umfrage hervor, die im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) durchgeführt wurde. Zudem hat jeder zweite Bundesbürger das Gefühl, dass sein Leben in den letzten drei Jahren stressiger geworden ist.

Wie stressanfällig der Einzelne ist, hängt nicht nur von seiner Persönlichkeit, sondern insbesondere auch von den jeweiligen Lebensumständen ab. Eine starke Stressbelastung kann schlimmstenfalls zu schwerwiegenden Krankheiten führen – gerade an psychischen Erkrankungen leiden immer mehr Arbeitnehmer, wie etwa der DAK-Gesundheitsreport 2013 ergab. Gegen die finanziellen Folgen einer möglichen Berufsunfähigkeit kann etwa mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung vorgesorgt werden.

Der TK-Studie zufolge hat unter anderem das Geschlecht Einfluss auf die Stressanfälligkeit. So geben 63 Prozent der Umfrageteilnehmerinnen an, gestresst zu sein – ein Viertel davon ist sogar dauergestresst. Bei den männlichen Befragten fühlen sich im Vergleich dazu nur 52 Prozent gestresst – über Dauerstress klagt weniger als jeder Fünfte.

Zwischen 36 und 45 Jahren ist der Stresspegel am größten

Auch das Alter ist offenbar ein entscheidender Faktor, wie gestresst wir uns fühlen. So steigt das Stressempfinden laut der Befragung ab der Volljährigkeit immer weiter an. Zwischen 36 und 45 Jahren ist dann der Stress-Höhepunkt erreicht.

Den Grund meinen die Studienautoren im permanenten Spagat der sogenannten Sandwich-Generation zwischen Haushalt, Kind und Karriere gefunden zu haben. Ab 46 Jahren sinkt der Stresspegel wieder, bis er mit dem Rentenalter seinen Tiefpunkt erreicht. Senioren sind demnach die entspanntesten Bürger. Hier gibt nur noch jeder Vierte an, sich gestresst zu fühlen.

Sag mir, wo du wohnst und ich sag dir, wie gestresst du bist

Darüber hinaus spielt offenbar auch der Wohnort in Sachen Stress eine Rolle. Während in Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein jeweils 50 von 100 Befragten über Stress im Alltag klagen, sind es etwa in Baden-Württemberg 63 von 100 Umfrageteilnehmern. Ähnlich stressgeplagt fühlen sich die Menschen in Bayern, Rheinland-Pfalz, Hessen und im Saarland. Die östlichen Bundesländer befinden sich im Mittelfeld des Stresspegels.

Im Einklang mit gängigen Klischees geht es der Umfrage zufolge auf dem Land in der Tat gemütlicher zu als in der Großstadt. So fühlen sich in Orten mit weniger als 20.000 Einwohnern nur 21 Prozent der Studienteilnehmer gestresst. In Städten mit mindestens 500.000 Einwohnern sind es 32 Prozent.

Geld und Bildung sorgen ebenfalls für Stress

Bessere Lebensqualität dank Bildung und Geld? Zumindest was den Stresspegel betrifft, scheint dies nicht der Fall zu sein. Laut der TK-Studie steigt der Stress mit dem Bildungsgrad. Bei den Befragten mit Hauptschulabschluss fühlen sich 47 Prozent gestresst, bei Umfrageteilnehmern mit Realschulabschluss sind es bereits 63 Prozent. Die Spitze des Stressberges bilden Abiturienten mit 66 Prozent Stressgeplagten.

Ein ähnliches Bild zeichnet sich in puncto Einkommen ab: Nur jeder dritte Deutsche, der weniger als 1.500 Euro im Monat verdient, sieht seine Arbeit als bedeutenden Stressfaktor an. In den Gehaltsklassen ab 4.000 Euro plus beklagen sich dagegen doppelt so viele Bürger über Stress am Arbeitsplatz.

Doch bei all dem Stress, der die Deutschen so plagt, gibt es bei den Ergebnissen der Stressstudie auch etwas Positives zu vermelden: Jeder Zweite gibt an, dass er mit seinem Leben rundum zufrieden ist. Lediglich sechs Prozent der Deutschen bedauern ihren Lebensweg der Befragung zufolge.

(kro)

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