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Abschlüsse von Berufsunfähigkeitsversicherungen haben 2012 stark zugenommen

23.10.2013 - 18:00

Arbeit hat im besten Fall nicht nur den Zweck, ein Einkommen zu erzielen, um die Lebenshaltungskosten zu decken. Die Ausübung einer bestimmten beruflichen Tätigkeit kann durchaus Berufung und somit sinnstiftend sein – nun ja, mal mehr, mal weniger. Wem es gelingt,  sein Hobby zum Beruf zu machen und damit ausreichend Geld zu verdienen, kann sich darüber besonders freuen. Doch auch wenn einem dieser Luxus verwehrt bleibt, sollte man sich glücklich schätzen, mit der eigenen Arbeitskraft für seinen Lebensunterhalt sorgen zu können.

Die Verfügung über die eigene Lebenszeit und Arbeitskraft ist ein hohes Gut, welches es zu schützen gilt. Dies wird offensichtlich immer mehr Menschen in Deutschland bewusst. Ein Indiz hierfür ist die starke Zunahme von Abschlüssen von Berufsunfähigkeitsversicherungen (BU) im vergangenen Jahr. Medienberichten zufolge wurden laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) im Jahr 2012 rund 200.000 neue BU-Versicherungen abgeschlossen. Somit verfügen in Deutschland circa 17,1 Millionen Menschen über eine private Berufsunfähigkeitsversicherung – zu wenige, warnen Experten.

Dem GDV zufolge sollte der starke Anstieg der Vertragsneuabschlüsse nicht darüber hinwegtäuschen, dass die meisten Berufstätigen das Risiko der Berufsunfähigkeit nach wie vor unterschätzen – zumal die staatliche Berufsunfähigkeitsversicherung nur noch bedingt an Personen gezahlt wird, die vor dem 2. Januar 1961 geboren wurden. Die übrigen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten haben nur unter bestimmten Voraussetzungen einen Anspruch auf eine Invaliditätsrente, die in der Regel nicht ausreicht, um den vorherigen Lebensstandard zu erhalten. Jeder, der seine Arbeitskraft und somit auch seine Selbstbestimmung schützen möchte,  sollte eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Dies gilt insbesondere für Selbstständige und Freiberufler.

Berufsunfähigkeit versus Erwerbsunfähigkeit

Auch wenn die beiden Begriffe oft synonym verwendet werden, ist es dringend geboten, zwischen Erwerbs- und Berufsunfähigkeit zu unterscheiden. Bei der gesetzlichen Invaliditätsrente richtet sich die Leistungserbringung nach dem Grad der Erwerbsunfähigkeit der versicherten Person. Wer beispielsweise aus gesundheitlichen Gründen seinen bisherigen Beruf nicht mehr ausüben kann, jedoch noch dazu fähig ist, einer anderen Erwerbstätigkeit nachzugehen, gilt zwar unter Umständen als berufs-, jedoch nicht generell als erwerbsunfähig. Ein Leistungsanspruch ist also nicht an den Beruf, sondern an die Arbeitskraft beziehungsweise Einsatzfähigkeit gekoppelt.

Bei einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung ist der Bezug von Leistungen nicht abstrakt an die Erwerbsfähigkeit des Versicherten geknüpft – zumindest sollte sie es nicht sein. Hierauf sollten Sie unbedingt achten, wenn Sie eine BU-Police abschließen. In der Regel liegt eine Berufsunfähigkeit vor, wenn der Versicherte infolge von Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfall, die jeweils ärztlich nachzuweisen sind, voraussichtlich für die Dauer von mindestens drei Jahren nicht imstande ist, seinen Beruf wie bisher  auszuüben. Diese konkrete Definition garantiert der versicherten Person einen Anspruch auf Versicherungsleistungen, unabhängig davon, ob sie anderweitig einer Erwerbstätigkeit nachkommen kann oder nicht. Von Vorteil ist auch, dass der Versicherungsschutz auch psychische Erkrankungen beinhaltet.

Berufsunfähigkeitsversicherungen kompensieren Einkommensausfälle

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung dient dazu, den Verlust der Arbeitskraft beziehungsweise des Erwerbseinkommens zu kompensieren. Eine BU ist vor allem für Familien, in denen nur eine Person für den Lebensunterhalt aufkommt, im Grunde unentbehrlich. Bei einem Verdienstausfall aus gesundheitlichen Gründen zahlt die Versicherung bereits ab einem Invaliditätsgrad von 50 Prozent die vereinbarte Berufsunfähigkeitsrente an den Versicherungsnehmer aus. Dies ermöglicht es, den gewohnten Lebensstandard zu erhalten. Die Höhe der BU-Rente kann ebenso wie die Laufzeit und die Dauer der Beitragszahlung  frei bestimmt werden.

Sie sollten jedoch beim Abschluss darauf achten, dass die private BU-Rentenzahlung an eine anderweitige Rentenzahlung (sei es privat oder gesetzlich) anschließt, sodass keine Versorgungslücke entsteht. Eine weitere Grundregel bei der Berufsunfähigkeitsversicherung lautet: Je jünger, desto günstiger. Da die Beitragshöhe und der Leistungsumfang vom Anbieter abhängen, sollten Sie verschiedene Berufsunfähigkeitsversicherungen miteinander vergleichen. Dies gilt auch, wenn Sie eine Police bereits abgeschlossen haben. Eine Kündigung der Berufsunfähigkeitsversicherung und ein Anbieterwechsel können sich durchaus lohnen.

Tipp: In unserem Berufsunfähigkeits-Rechner sind auch Berufsunfähigkeitsversicherungen für Beamte enthalten.

(mtr)

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