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Nicht nur auf die Zinsen kommt es an!

24.05.2013 - 08:00

Durch die derzeit extrem niedrigen Zinsen für Baugeld wollen sich viele Verbraucher aktuell den Traum vom Eigenheim verwirklichen. Allein niedrige Zinsen machen jedoch noch keine passende Baufinanzierung aus.

Durch einen Immobilienkredit verschuldet man sich über einen sehr langen Zeitraum mit einer verhältnismäßig hohen Summe bei der Bank – daher sollte man die verschiedenen Faktoren des Kreditvertrages im Vorfeld genau durchdenken und durchrechnen. Wir verraten Ihnen, worauf Sie beim Abschluss eines Immobilienkredites noch achten müssen.

Monatliche Tilgungsrate bestimmt Kreditkosten

Nicht alleine die Höhe der Zinsen ist bei einem Immobilienkredit ausschlaggebend für die Gesamtkosten, die für den Kredit fällig werden: Da Baufinanzierungen über einen sehr langen Zeitraum an die Bank zurückgezahlt werden, ist die Höhe der monatlichen Tilgungsrate von großer Bedeutung. Die Monatsrate beeinflusst die Tilgungsdauer des Darlehens in großem Maße. Unter der Tilgungsdauer ist der Zeitraum zu verstehen, in dem sowohl Kreditraten, als auch Zinsen an die Bank gezahlt werden müssen. Wie stark die Tilgungsgeschwindigkeit mit der Höhe der anfallenden Zinsen zusammen hängt, zeigt das folgende Rechenbeispiel: Bei einem Immobilienkredit in Höhe von 100.000 Euro und einem Zinssatz von 3,0 Prozent effektivem Jahreszins und einer zehnjährigen Zinsbindung ergibt sich bei unterschiedlicher Tilgungsrate und daraus resultierender Rückzahlungsdauer folgender Gesamtaufwand:
TilgungsrateTilgungsdauerZinsaufwand
1 % = 333 Euro46 Jahre28.000 Euro
3 % = 416 Euro23 Jahre25.000 Euro
5 % = 666 Euro15 Jahre22.000 Euro
An diesem Rechenbeispiel wird deutlich: Mit einer Verdopplung der monatlichen Tilgungsrate verkürzt sich die Dauer der Rückzahlung um ganze 30 Jahre! Der Zinsaufwand, der für das Darlehen an die Bank gezahlt werden muss, sinkt bei schnellerer Tilgung um ganze 6.000 Euro. Die Tilgungsrate muss jedoch immer genau auf die finanziellen Möglichkeiten des Schuldners angepasst sein. Durch eine gründliche Haushaltsrechnung vor der Kreditaufnahme wird schnell deutlich, wie hoch die monatliche Tilgungsrate maximal sein sollte.

Der Kredit muss auf das Vorhaben abgestimmt sein

Neben einer sinnvollen Tilgungsgeschwindigkeit ist auch der Verwendungszweck des Darlehens ein wichtiges Kriterium bei der Wahl der richtigen Baufinanzierung – hierbei muss unterschieden werden, ob mit der Kreditsumme eine bereits bestehende Immobilie gekauft wird oder der Neubau eines Hauses geplant ist. Sollte das Darlehen für einen Neubau verwendet werden, ist es wichtig, bei der Höhe des Darlehens großzügig zu planen.

Zudem wissen Bauherren, die sich ihr eigenes Traumhaus bauen, niemals ganz genau, wann der Immobilienkredit in Anspruch genommen wird, denn: Durch schlechte Wetterverhältnisse kann sich der Baubeginn schnell um einige Monate nach hinten verschieben. Sollte der Schuldner das Darlehen aufgrund dieser Verschiebung nicht in Anspruch nehmen, wird die Bank den sogenannten Bereitstellungszins verlangen. Hierbei handelt es sich um Gebühren, die die Bank für denjenigen Teil des Immobilienkredites veranschlagt, der vom Kreditnehmer aktuell nicht in Anspruch genommen wird.

Daher sollten Kreditnehmer bei der Wahl der Bank dringend auch auf die bereitstellungszinsfreie Zeit achten. Die meisten Kredithäuser bieten ihren Kunden eine bereitstellungszinsfreie Zeit von drei Monaten an. Je nach Institut können auch bis zu zwölf oder gar fünfzehn Monate ohne anfallende Gebühren vereinbart werden. In der Regel werden für den noch nicht genutzten Teil des Kredites monatlich Zinsen in Höhe von 0,25 Prozent der bisher nicht genutzten Summe fällig.

(as)

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