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Die größten Fehler bei der Baufinanzierung

27.06.2013 - 10:00

Trotz des leichten Anstiegs der Zinsen für Baufinanzierungen und Immobilienkredite steht die Geldanlage in das sogenannte Betongeld bei den Deutschen nach wie vor hoch im Kurs: Da die Zinsen immer noch auf einem historischen Tiefstand sind, wollen viele Deutsche sich den Traum vom Eigenheim lieber früher als später erfüllen.

Doch die Finanzierung des Eigenheimes ist mit vielen kleinen Tücken und Hindernissen verbunden, die weitreichende und teure Folgen haben können.

Zu wenig Eigenkapital

Obwohl die Zinsen für Baufinanzierungen aktuell auf einem niedrigen Niveau sind, kann nicht jeder Verbraucher bei der Bank einen Immobilienkredit aufnehmen: Je nach Bank muss der potentielle Immobilienbesitzer mindestens 20 bis 30 Prozent des Kaufpreises als Eigenkapital angespart haben um den Rest der Kaufsumme als Darlehen aufnehmen zu können. Schon bei einem Eigenkapital-Anteil von nur 20 Prozent verlangt die Bank einen Zinsaufschlag, der die Kreditkosten über den gesamten Tilgungszeitraum deutlich anhebt. Ab einem Eigenkapital-Anteil von 60 Prozent gibt es im Schnitt bei der Bank  die günstigsten Zinsen für einen Immobilienkredit. Zusätzlich zum Eigenkapital für die Finanzierung des Immobilienkaufes sollten Verbraucher Kaufnebenkosten, wie Makler- und Notargebühren, nicht außer Acht lassen – diese können nämlich  nicht durch den Immobilienkredit finanziert werden.

Zu langsam tilgen

Die Tilgungsgeschwindigkeit der Baufinanzierung hat ebenfalls großen Einfluss auf die gesamten Kosten, die auf den Kreditnehmer zukommen. Kunden, die heute ein Darlehen zu niedrigen Konditionen bei der Bank aufnehmen, sollten versuchen, noch während der Zinsbindung so viel Geld wie möglich an die Bank zurückzuzahlen. Der Anteil der Baufinanzierung der bei Ablauf der Zinsbindung  noch nicht getilgt ist, muss zu den dann geltenden, mit Sicherheit deutlich höheren, Zinsen getilgt werden. Je nach Dauer der Zinsbindung sollten Verbraucher daher vor Abschluss des Kreditvertrages genau berechnen, welche maximale monatliche Tilgung möglich ist, um einen großen Anteil des Darlehens bei niedrigen Zinsen zu tilgen.

Extrakosten übersehen

Bei einer Baufinanzierung ist – im Gegensatz zum normalen Ratenkredit - nicht nur ein niedriger effektiver Jahreszinses für die Höhe der gesamten Kreditkosten ausschlaggebend. Zusätzlich zum Effektivzins können auf Schuldner hohe Extrakosten zukommen, die den Immobilienkredit deutlich verteuern können.

Vor allem Schuldner, die mit der Bank eine lange Zinsbindung vereinbaren möchten, sollten nicht vergessen, dass diese Festlegung des aktuellen Zinsniveaus mit einem Zinsaufschlag verbunden ist. Je nach der Länge der vereinbarten Zinsbindung schlägt die Bank auf das aktuelle Zinsniveau einen zusätzlichen Betrag auf. Auch Kunden, die zwar einen günstigen Immobilienkredit abgeschlossen haben, diesen aus unterschiedlichen Gründen jedoch nicht abrufen können, müssen damit rechnen, dass die Bank für die Bereitstellung des Geldes ebenfalls eine Gebühr verlangt. Diese Bereitstellungs-Zinsen betragen in der Regel pro Jahr drei Prozent der bereitgestellten Darlehenssumme.

Anschlussfinanzierung verpasst

Verbraucher, deren Zinsbindung in den nächsten Monaten ausläuft, sollten dringend daran denken, sich um ihre Anschlussfinanzierung zu kümmern. Spätestens sechs Monate vor dem Ende der Zinsbindung ist es ratsam sich Angebote für Anschlussfinanzierungen sowohl von der eigenen Bank, als auch von anderen Kreditinstituten einzuholen.

Die eigene Bank wird den Schuldner nicht auf den Ablauf der Zinsbindung aufmerksam machen, da sie in der Regel kein Interesse daran hat, die alten Konditionen an das aktuell niedrige Zinsniveau anzupassen. Kümmert der Schuldner sich nicht selbst um eine Anschlussfinanzierung, wird der Kredit zum damaligen hohen Zinsniveau einfach weitergetilgt obwohl das aktuelle Zinsniveau viel niedriger ist. Verbraucher, deren Zinsbindung erst in einiger Zeit ausläuft, können sich durch sogenannte Forward-Darlehen die niedrigen Zinsen heute schon für eine Anschlussfinanzierung sichern, die sie erst in mehreren Monaten benötigen. Die aktuell günstigsten Konditionen für Immobilienkredite finden Sie hier.

Keine Rücklagen gebildet

Mit dem Eigenkapital und den Nebenkosten, die mit dem Kauf der Immobilie zusammenhängen, ist es in der Regel nicht getan – beim Kauf einer bestehenden Immobilie oder dem Bau eines Hauses treten immer wieder böse und teure Überraschungen auf! Während der langjährigen Tilgung der Baufinanzierung können beispielsweise Renovierungs- oder Modernisierungsarbeiten an der Immobilie notwendig werden. Sollte dann die Kreditsumme nicht ausreichen, müssen Verbraucher erneut ein Darlehen aufnehmen – zu den fälligen Zinsen des Immobilienkredites kommen dann für einen längeren Zeitraum auch die Zinsen für den Modernisierungskredit. Experten raten daher, Reserven in Höhe von 15 Prozent des Kaufpreises einzuplanen.

(as)

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