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Fahrzeug-Finanzierungen Teil 1: Leasing

14.03.2014 - 14:00

Statussymbol Nummer eins ist für viele Deutsche nach wie vor das eigene Auto: Je schneller, schnittiger und neuer, desto besser. Immer das neuste oder trendigste Auto zu fahren ist jedoch eine sehr kostspielige Angelegenheit - wer sich einmal für den Kauf eines Neu- oder Gebrauchtwagen entscheidet, bleibt seinem Gefährt laut einer Umfrage eines bekannten Online-Fahrzeugmarktplatzes im Schnitt sieben Jahre treu. Verbraucher, die in Bezug auf ihr Gefährt immer auf dem neusten Stand bleiben möchten und denen nur ein geringes Budget zur Verfügung steht, haben die Möglichkeit, neue und gebrauchte Autos für einen bestimmten Zeitraum zu mieten und dann wieder an den Händler zurückzugeben, also zu leasen.

Leasing (Engl. Mieten, pachten) von Autos wurde in den 1960er Jahren aus den USA nach Deutschland „importiert“ und erfreut sich seitdem unter deutschen Autofahrern steigender Beliebtheit: Im Jahr 2012 wurden laut des Jahresberichts des Deutschen Leasingverbandes 36 Prozent aller Fahrzeuge auf deutschen Straßen über Leasing finanziert: Warum von diesen knapp 16 Millionen Pkws mehr als 80 Prozent Firmenwagen waren, decken wir später auf. Zunächst erklären wir Ihnen, wie ein Fahrzeugleasing abläuft und welche Vor- und Nachteile sich daraus für Verbraucher ergeben.

Achtung bei hohen Zinsen für das Fahrzeug-Leasing

Schöner Schein – Fahrzeugleasing bringt nicht nur Vorteile mit sich.
Ein Verbraucher, der seinen Traumwagen gefunden hat und sich den Kauf entweder nicht leisten kann oder das Fahrzeug lieber nur ein paar lang Jahre mieten möchte, kann den entsprechenden Leasingvertrag bequem beim Händler oder direkt über den Hersteller abwickeln. Der Vertrag über das Leasing des Fahrzeuges wird jedoch zwischen dem Leasingnehmer, also dem Verbraucher, und einer speziellen Autobank oder einem unabhängigen Kreditinstitut geschlossen.

In dem Schriftstück, das rein rechtlich ein Mietvertrag ist, werden unter anderem die Laufzeit des Leasings und der monatliche „Mietpreis“ für das Auto festgehalten. Die Leasingrate, die der Verbraucher in gleichbleibenden Raten an die Bank überweisen muss, wird aus der Differenz des Kaufpreises und des vereinbarten Restwertes ermittelt und anschließend durch die Anzahl der Leasingmonate geteilt.

Bei Abschluss des Leasingvertrages vereinbaren der Händler oder Hersteller mit dem Verbraucher einen Restwert, den das Fahrzeug nach der Mietdauer haben muss – in der Regel wird zu diesem Zweck ein bestimmter Kilometerstand vereinbart, den der Leasingnehmer in diesem Zeitraum nach Möglichkeit nicht überschreiten sollte.

Darüber hinaus werden beim Leasing monatlich jedoch auch Zinsen fällig, die zusätzlich zur Leasingrate an die Bank bezahlt werden müssen. Laut Silvia Schattenkirchner, Finanzexpertin des ADAC, sind die Zinsen beim Leasing meist deutlich höher als bei einem Kredit, daher sollten potentielle Leasing-Nehmer diesen Kostenfaktor keinesfalls unterschätzen. Über den Zeitraum von drei Jahren, der beim Leasing eines Autos üblicherweise vereinbart wird, können sich die monatlichen Zinszahlungen zu einem stattlichen Betrag summieren.

Leasingverträge mit GAP-Versicherung helfen im Schadensfall

Im Leasing-Vertrag wird zudem meist auch der Umfang der Versicherung festgehalten, den der Leasingnehmer während der Fahrzeugmiete abschließen muss. Während einige Banken oder Hersteller dem Verbraucher vorschreiben, ob das Auto voll- oder teilkaskoversichert werden soll, kann der Versicherungsschutz bei anderen Leasinggebern vom Verbraucher frei festgelegt werden.

Wir raten Verbrauchern, vor der Unterzeichnung eines Leasingvertrages darauf zu achten, dass eine sogenannte GAP-Versicherung bereits in den Mietkosten enthalten ist. Sollte das Leasingfahrzeug einen Totalschaden erleiden oder gestohlen werden, würde die Versicherung in diesem Fall die Differenz zwischen dem Wiederbeschaffungswert des Fahrzeuges und dem Nennwert bezahlen. Ohne die Versicherung müsste der Leasingnehmer diesen Betrag selbst aufbringen.

Anders als beim Kauf des Fahrzeuges in bar oder über einen Autokredit finanziert der Verbraucher beim Leasing nicht den Kaufpreis des Fahrzeuges sondern den Wertverlust – ähnlich wie bei der Miete für die eigene Wohnung hat der Verbraucher nach Ablauf des Leasingzeitraumes eine beträchtliche Geldsumme bezahlt, das Eigentum am Fahrzeug verbleibt jedoch beim Händler oder Hersteller. Für sämtliche Reparaturen oder Instandhaltungsmaßnahmen während der Dauer des Leasings muss der Verbraucher daher ebenfalls selbst aufkommen - einer weiterer Kostenfaktor, der keinesfalls unterschätzt werden sollte.

Kostenfalle lauert bei Rückgabe des Leasingfahrzeuges

Obwohl die meist sehr niedrigen monatlichen Leasingraten es für viele Verbraucher lukrativ und erschwinglich machen, auch hochpreisige Fahrzeuge für einen bestimmten Zeitraum zu nutzen, kommt das böse Erwachen beim Leasing meist bei der Rückgabe des Fahrzeuges an den Händler oder Hersteller. Laut Kay Nehm, ehemaliger Generalbundesanwalt, können Verbraucher das finanzielle Risiko des privaten Fahrzeugleasings nicht abschätzen.

Insbesondere bei der Rückgabe des Fahrzeuges nach Ablauf des Leasingvertrages müssen Verbraucher für die Differenz zum vereinbarten Restwert des Wagens oder mögliche, vom Hersteller oder Händler festgestellten, Mängel aufkommen. Auch Silvia Schattenkirchner vom ADAC ist sich sicher, dass bei diesen Abschlussuntersuchungen schnell ein paar tausend Euro an Zusatzkosten auf den Leasingnehmer zukommen.

Nach der vereinbarten Leasingdauer bieten sich dem Verbraucher drei verschiedene Handlungsmöglichkeiten: Zunächst kann der Autofahrer den Wagen wie vereinbart einfach an den Händler oder Hersteller zurückgeben und die Geschäftsbeziehung auf diese Weise beenden. Des Weiteren besteht für den Leasingnehmer die Option, das gleiche oder ein anderes Fahrzeug weiter zu mieten – in diesem Fall würde ein neuer Leasingvertrag zu anderen Konditionen abgeschlossen werden.

Ist der Verbraucher mit dem geleasten Auto zufrieden, besteht zudem die Möglichkeit, das Fahrzeug nach Beendigung des Leasingvertrages für den vereinbarten Restwert zu kaufen. Entscheidet der Verbraucher sich zum Kauf des Autos, bietet sich die Möglichkeit, den Kaufpreis bar zu bezahlen oder über einen Autokredit zu finanzieren.

Fazit: Das Leasing von Fahrzeugen lohnt sich meist hauptsächlich für Selbstständige und Freiberufler, die ein neues oder gebrauchtes Fahrzeug auf diese Weise finanzieren möchten. Für diese Verbraucher können die Leasingraten als Betriebsausgaben geltend machen und dadurch steuerliche Vorteile nutzen. Privatpersonen, die ihr eigenes neues Auto nicht bar bezahlen können oder möchten bieten sich meist deutlich günstigere Optionen, den gewünschten Neu- oder Gebrauchtwagen zu bezahlen.

Andere Beiträge zu diesem Thema:

Fahrzeug-Finanzierungen Teil 2: Kredit einer Autobank

Fahrzeug-Finanzierungen Teil 3: Autokredit einer Direktbank

(as)

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